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Die richtige Schutzausrüstung von Kopf bis Fuß

Den Angaben der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung zufolge ereigneten sich im Jahr 2019 knapp über 871.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle, die in einer längeren Arbeitsunfähigkeit resultierten oder gar tödlich endeten. Betroffen waren vor allem Handwerker. Besonders Konstruktionsmechaniker, Maurer, Dachdecker und Schornsteinbauer sind laut Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz besonders gefährdet. Die Untersuchung zeigt allerdings auch, dass einige der Unfälle mit der richtigen Schutzausrüstung verhindert oder abgemildert hätten werden können. Bist auch Du in einem handwerklichen Beruf tätig oder tüftelst gerne in der heimischen Werkstatt, solltest Du Dir auf jeden Fall eine entsprechende Schutzausrüstung zulegen. Alles, was Du über die Essentials wissen musst erfährst Du hier.

Für den Kopf

Statistiken belegen, dass die meisten tödlichen Unfälle auf Stürze, Stöße, herunterfallende Gegenstände und Quetschungen zurückzuführen sind. Vor allem Kopfverletzungen können dabei schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Aus diesem Grund ist das Tragen eines Schutzhelmes unerlässlich. Zur Orientierung, was bei der Wahl des Schutzhelmes zu beachten ist, hat die EN 397, eine europaweite Norm, einheitliche Angaben in Bezug auf Beschaffenheit, Material und Konstruktion. Folgende Eigenschaften muss der Industriehelm demnach mitbringen:

  • vertikale Stoßdämpfung

  • Durchdringungsfestigkeit

  • Flammbeständigkeit

  • Kinnriemenbefestigung

Je nachdem, welche Arbeit verrichtet wird und unter welchen Einflüssen, hast Du bezüglich des Materials die Wahl zwischen zwei Varianten: Helme aus thermoplastischem Kunststoff garantieren eine gute Bruchfestigkeit, während Modelle aus duroplastischen Kunststoffen zusätzlich robust gegen hohe Temperaturen sind und eine chemische Beständigkeit aufweisen. Schutzhelme aus thermoplastischen Materialien wie zum Beispiel Polyethylen oder Polypropylen, müssen nach vierjähriger Gebrauchszeit ausgetauscht werden, Helme aus duroplastischen Werkstoffen hingegen nur alle acht Jahre. Doch egal, ob thermoplastisch oder duroplastisch, nach einem starken Sturz muss der Industriehelm umgehend ersetzt werden, damit Du weiterhin ausreichend geschützt bist. Sollte das Tragen entsprechender Schutzkleidung an Deinem Arbeitsplatz nicht vorgeschrieben sein und Du willst Dich aber dennoch vor möglichen Stößen an gefährlichen Gegenständen schützen, kannst Du alternativ zum Schutzhelm auch eine Anstoßkappe tragen. Diese muss nicht speziell für die Arbeitswelt gemacht sein, eine Schildkappe mit Kunststoffeinlage, beispielsweise aus einem Sportwarengeschäft, reicht völlig aus.

Wenn's mal laut wird...

Straßenbauarbeiter, die zum Beispiel mit Presslufthämmern arbeiten, das Bodenpersonal an Flughäfen sowie Arbeiter, die in Fabriken oder in landwirtschaftlichen Berufen mit großen Maschinen arbeiten, sind meist einem hohen Geräuschpegel ausgesetzt. Ohne den richtigen Schutz kann dies langfristig zu Gehörschäden führen. Ab einem Pegel von 85 Dezibel am Arbeitsplatz schreibt der Gesetzgeber einen Gehörschutz vor. Je nach auszuführender Arbeit bieten sich die folgenden Optionen an:

  • Gehörstöpsel: Den meisten sind sie unter dem Namen Ohropax bekannt. Sie werden direkt im Gehörgang getragen und dichten somit den Lärm ab.

  • Bügelschutz: Diese Variante ist etwas komfortabler als die simplen Gehörstöpsel, da diese über einen Kunststoffbügel, der entweder im Nacken oder unter dem Kinn getragen wird, verbunden sind. Diese Konstruktion vermindert das Druckgefühl.

  • Kapselgehörschutz: Dieser Gehörschutz umschließt mit seinen Kopfhörern die gesamten Ohrmuscheln. Die sogenannten Kapseln bestehen dabei aus Hartkunststoff, der mit schalldämmendem Schaumstoff gepolstert ist. Getragen wird der Kapselgehörschutz über dem Kopf mithilfe eines Bügels, so ist ein fester Sitz gewährt.

Schütze Deine Augen

Neben den Ohren gehören auch die Augen zu den Sinnesorganen, die einen besonderen Schutz erfordern. Speziell bei der Arbeit im Labor mit chemischen Substanzen, bei hoher Staubbelastung oder in der Holzverarbeitung zum Schutz vor herumfliegenden Spänen ist das Tragen einer Schutzbrille unabdingbar. Diese Brillen bestehen aus Kunststoff, da dieser nicht zu schwer auf der Nase liegt, robust und schlagfest ist. Brillen zum Schweißen müssen zusätzlich eine verdunkelte Überbrille zum Schutz vor starker Lichteinstrahlung besitzen.

Die unsichtbare Gefahr für Deine Atemwege

Die Gefahren einer hohen Feinstaubbelastung sowie Rauch und andere schädliche Partikel werden am Arbeitsplatz oftmals zu wenig beachtet, da sie nicht direkt in unserem Blickfeld ist. Dennoch können die besagten Stoffe unsere Lungen nachhaltig schädigen. Die maximale Arbeitsplatz-Konzentration gibt deshalb vor bis zu welchem Grad eine Luftverschmutzung durch Rauch, Staub und Aerosolen nicht gesundheitsschädigend wirkt. Wird dieser Wert überschritten, ist das Tragen einer Atemschutzmaske verpflichtend. Diese filtrierenden Halbmasken sind meist aus Stoffen wie Polyester, Vlies und Polypropylen gefertigt und werden mithilfe von Gummibändern über Nase und Mund getragen.

Warnwesten – ein wahrhaftiger Eyecatcher

In den Wintermonaten ist es beispielsweise für Bauarbeiter unvermeidbar im Dunkeln zu arbeiten. Um nicht übersehen zu werden, ist es deshalb wichtig eine Warnweste zu tragen. Die Westen sind meist mit einer fluoreszierenden Schicht in neongrün oder neonorange überzogen und müssen über mindestens zwei Reflexstreifen verfügen. Für schlechte Wetterbedingungen gibt es zudem Warnjacken, die wind- und wasserabweisend sind.