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Das darf im Labor verwendet werden

Die meisten Berufe, die gänzlich oder auch nur zum Teil im Rahmen eines Labors ausgeübt werden, müssen bestimmten gesetzlichen Reglementierungen gerecht werden. Egal, ob Bekleidung wie Kittel, Handschuhe, Schutzbrillen und Schuhe oder Instrumente wie medizinisches Besteck oder Flaschen, Gläser etc. – sämtliche Arbeitsutensilien gehören genau in diese strikt kontrollierte Sparte des Laborbedarfs. Damit die Kundschaft nicht immer erst genau nachsehen muss, ob das Benötigte nun den Sicherheitsstandards entspricht, gibt es für beinahe alles Normen nach Deutscher Industrienorm (DIN), nach europäischen Normen (EN) oder nach der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Wir zeigen Dir hier einmal exemplarisch auf, welche das sind und wozu sie eingehalten werden müssen.

Vom Kittel bis zu den Handschuhen: Das sind die Richtlinien

Je nach Berufsfeld müssen die entsprechende Schutzkleidung und das zugehörige Instrumentarium den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden. Jeder kennt ihn, das Symbol für Forschung, Wissenschaft und Medizin: den weißen Kittel. Dass dieser in Laboren getragen werden muss, ist klar, schließlich wird hier häufig mit Substanzen oder Mikroorganismen gearbeitet, die nicht auf die Kleidung oder die Haut gelangen sollen. Hinzu kommt, dass der Kittel im Falle einer Kontamination dann im Labor gelassen werden kann und gefährliche Materialien so nicht nach draußen gelangen. Ein wesentlicher Faktor bei der Normung von Kitteln ist daher der sogenannte „Penetrationswiderstand“ etwa gegen das Durchdringen von Blut, Körperflüssigkeiten, Bakterien, Viren, „biologisch kontaminierten Flüssigkeiten“, „biologisch kontaminierten Aerosolen“ sowie von „biologisch kontaminierten festen Partikeln“. Für die Gefahr vor blutgebundenen Pathogenen (Viren, Bakterien) gelten die Normen ISO 16603 sowie ASTM F 1670 (Normung nach ASTM International – American Society for Testing and Materials). Bei Flüssigkeiten gilt es die europäischen Normen zu beachten, die der sogenannten „WET Penetration“ entsprechen (EN 14126, EN ISO 22610, ISO 22611), während bei der Gefahr vor Keimdurchtritt im trockenen Zustand auf eine Normung unter Berücksichtung von „Dry Penetration“ geachtet werden muss (EN ISO 22612).

Und manche Menschen werden sich vermutlich auch noch an die Schutzbrillen, die im Chemieunterricht während der Versuche getragen werden mussten, erinnern. Es liegt auf der Hand: Auch im Berufsalltag müssen sie im Labor getragen werden und haben dort strenge Standards zu erfüllen, schließlich müssen sie die Augen vor gefährlichen Stoffen und teilweise auch vor grellem Licht schützen können. Die Norm, die hinter Schutzbrillen für das Labor steckt, ist die EN 166, die europäische Norm für Augenschutz. Im Grunde gibt es zwei Typen von Schutzbrillen, denn es kommt nicht nur auf die Schutzscheiben, sondern auch auf die Form des Gestells an: Vollsichtschutzbrillen und Gestellbrillen. Für den Laborgebrauch müssen Vollsichtschutzbrillen verwendet werden, weil sie die Augenpartie komplett umschließen und auf diese Weise vor Chemikalien schützen. Bei Berufsfeldern, bei denen für das Auge gefährlichen Licht- und Hitzequellen vorhanden sind oder entstehen können gilt die europäische Norm EN 169. Sofern das Auge ultravioletter Strahlung ausgesetzt ist, müssen Schutzbrillen der EN 170 mit UV-Filter getragen werden.

Um auch die Hände vor mechanischen Verletzungen, Verätzungen, Verbrennungen oder Kontamination zu schützen, sind Schutzhandschuhe im Labor in der Regel Pflicht. Auf der einen Seite gibt es hier „gewöhnliche“ Einweghandschuhe aus Latex, die generell in medizinischen und pflegerischen Berufen eingesetzt werden. Sie schützen in diesen Bereichen etwa vor der Übertragung von Keimen, wenn sie nach jeder Behandlung gewechselt werden. Es gibt aber noch eine Reihe weiterer Schutzhandschuhe, die je nach Gefahrenquelle unterschiedlichen Normen unterliegen – so schützen die Arbeitshandschuhe die Hände je nach Normierungsvorschriften vor:

  • mechanischen Einwirkungen (EN 388:2003)
  • Schnittverletzungen (EN 388:2016)
  • Hitze (EN 407)
  • Kälte (EN 511, mit zusätzlichem Wasserschutz: Prüfung durch EN ISO 15383)
  • Feuer (EN 16350:2014)
  • Chemikalien (EN ISO 374-1:2016 Typ A bis C, unterscheiden sich durch die Menge der Chemikalien, vor denen sie schützen)
  • elektrostatischen Eigenschaften (EN 16350:2014)

Gefäße und andere Arbeitsmaterialien: Das gibt es zu beachten

Die DIN-Normen für die im Labor verwendeten Instrumente, Reaktionsgefäße, Röhrchen, Schalen usw. erstrecken sich über ein enormes Spektrum. So Gibt es für Sicherheitsnotduschen bis hin zu Laborthermometern mit je unterschiedlichen Skalenwerten eigene DIN-, EN- oder ISO-Normen. Alleine die klassischen Petrischalen unterliegen basierend auf dem Anwendungsgebiet zahlreichen Bestimmungen. Es kommt etwa darauf an, mit welchen Stoffen sie in Kontakt kommen sollen (z. B. ob Lebensmittel oder nicht), ob sie nur einmal oder mehrfach verwendet werden sollen, wie sie entsorgt werden usw.

Auch Gefäße wie Mikrozentrifugenröhrchen oder Kulturröhrchen müssen normierten Standards wie Kapazität, Zentrifugation, Temperaturbereich und Abmessungen entsprechen und natürlich, wie alle Gefäße aus dem Laborbereich, steril sein. Manche Schraubdeckelgefäße sind auch zertifiziert als frei von RNase, DNase, DNA und PCR-Inhibitoren. Du siehst, je nach Anwendungsgebiet und den Anforderungen, die damit einhergehen, wie etwa Robustheit, Widerstandsfähigkeit, Sterilität und weiteren Faktoren, müssen Normen eingehalten werden, die ein sicheres und sauberes Arbeiten im Labor garantieren. Daher ist es wichtig, vorab genau zu klären, welche Normen für Deinen Bereich und Deine Arbeitsutensilien genau gelten.