Schleifen (10.269 Produkte | 10.539 Varianten)

 

Schleifen – ein Fertigungsverfahren zum Formen, Schärfen und Glätten von Oberflächen jeglicher Art

Schleifen ist ein spanendes Fertigungsverfahren zur Bearbeitung von Materialoberflächen. Mittels Schleifen können Flächen geglättet und Endkonturen definiert werden. Das Verfahren kann manuell oder mit Schleifmaschinen durchgeführt werden. Mit den Schleifwerkzeugen – egal, ob manuell oder automatisiert – wird redundantes Material spanförmig abgetragen, um eine maximale Ebenheit zu erreichen. Durch das Schleifen können sogar die härtesten Werkstoffe wie Hartmetall oder Keramik bearbeitet werden. Es lassen sich drei Einsatzgebiete unterscheiden:

  1. Werkzeugschleifen: Schärfen von Klingen wie Messer und Scheren oder von spanenden Geräten

  2. Feinbearbeitung: gewünschte Form und/oder Oberfläche gestalten (z. B. Dekorationsschliffe)

  3. Grobbearbeitung: Trennschleifen, putzen, säubern und schleifen von großen Flächen

Welche Schleifverfahren gibt es?

Es gibt verschiedenste Fertigungsverfahren beim Schleifen. Diese variieren ja nach Ergebnisziel.

  • Flachschleifen: Bei diesem Verfahren wird eine ebene Fläche geschaffen. Es gibt drei Varianten des Flachschleifens: Planumfangs-Längsschleifen, Planumfangs-Querschleifen und Längs-Seiten-Planschleifen.

  • Gleitschleifen: Durch oszillierende bzw. rotierende Bewegungen schwingen Schleifwerkzeuge in einem Behälter und schleifen das Werkstück.

  • Rundschleifen: Durch Innen- oder Außenrundschleifen werden Oberflächen von runden Werkstücken geformt.

  • Feinschleifen: Um die optimalen Maße, Formen und Oberflächen zu erhalten, wird der Feinschliff benutzt. Dieser wird mit Werkzeugen aus gebundener Körnung durchgeführt – als Plan- oder Rundschleifverfahren.

  • Läppen: Hier befindet sich das Schleifkorn ungebunden in einem Träger (Läppmittel). Dieser Träger wird auf eine Werkstückoberfläche gelegt und mithilfe von Läppscheiben bewegt.

  • Honen: Beim Honen werden Funktionsflächen in Zylindern hergestellt, um so eine hohe Maßgenauigkeit bei Bohrungen zu erhalten.

  • Entgraten: Hier werden deutliche Graten an mechanisch hergestellten Teilen, u. a. mit Schleifmaschinen, entfernt.

  • Koordinatenschleifen: In diesem Verfahren wird das Schleifen mit Fräsen nach Koordinaten in einer Aufspannung kombiniert, um optimale Passbohrungen zu erschaffen.

Für jedes Schleifverfahren brauchst Du auch das passende Schleifmittel, um das beste Ergebnis zu bekommen. Es gibt viele Schleifmittel, die aus den unterschiedlichsten Materialien und Körnungen hergestellt sind und verschiedenen Zwecken dienen.

Welche Schleifmittel gibt es und was sind ihre Anwendungszwecke?

Schleifmittel sind wahre Wundermittel: sie können schleifen, polieren, schärfen, trennen, entgraten, feilen, anfasen, nacharbeiten, zerspanen, fräsen, besäumen, ausspitzen, reinigen, mattieren, satinieren, aufrauen, strukturieren, entzundern oder entrosten.

In der Regel bestehen alle Schleifmittel aus einem Trägermaterial, einem Bindemittel und dem Schleifkorn. Beim Trägermaterial handelt es sich um die Unterlage, auf der das Bindemittel und die Schleifkörner befestigt sind. Das Bindemittel ist die Verbindung der Unterlage mit den Schleifkörnern. Dabei wird zwischen dem Grundbinder, welcher den Schleifkorn auf dem Träger anbringt und dem Deckbinder, welcher die Schleifkörner miteinander verbindet, unterschieden. Es gibt verschiedene Bindemittel, die in ihrer Härte und Elastizität variieren. Die Härte hat Einfluss auf die Aggressivität und Lebensdauer des Schleifmittels. Die Schleifkörner sind das eigentliche Schneidwerkzeug. Ihre Eigenschaften sind der hohe Härtegrad, die Aggressivität, die Zähigkeit und ihre scharfkantige Gestalt. Es gibt u. a. die Schleifkornarten: Korund, Siliziumkarbid oder Diamant. Folgende Schleifmittelkategorien können unterschieden werden:

  • Schleifmittel auf Unterlage: Die Unterlage besteht entweder aus Papier oder einem Gewebe. Auf dieser wird das Schleifkorn mit einem Bindemittel befestigt. Durch die Flexibilität der Unterlagen gibt es eine Vielzahl an Typen, Formen und Abmessungen von Schleifmitteln auf Unterlage. Hier findest Du Schleifbänder, -bögen, - scheiben, Rollen, Fiberscheiben, Vliesmobräder oder Schleifmobstifte.

  • Gebundene Schleifmittel: Zu den gebundenen Schleifmitteln zählen Trenn- und Schruppscheiben, elastische Schleifmittel (Schleif-, Polierstifte und Marmorierkörper in Stift- oder Handklotzform) und keramisch- sowie kunstharzgebundene Schleifkörper (Schleifstifte, -scheiben, -töpfe oder -klötze).

  • Feilen: Mit Feilen kannst Du beinahe alle Metalle, Hölzer und Kunststoffe bearbeiten. Eine Feile ist primär ein Handwerkzeug, in seltenen Fällen wird sie aber auch maschinell benutzt. Einsatzgebiete sind u. a. Form- und Modellbau oder Werkzeugbau.

  • Technische Bürsten: Technische Bürsten sind absolute Allrounder. Mit ihnen kannst Du alle Materialien bearbeiten – von Stahl bis Stein und von Kunststoff bis Holz.

  • Frässtifte: Frässtifte sind Schleifmittel aus Hartmetall. Es gibt zum einen die Hartmetallfrässtifte (HM-Fräser) und zum anderen die Schnellstahlfrässtifte (HSS-Fräser). Sie können beinahe jede Festigkeit der Werkstoffe bearbeiten, dazugehören beispielsweise: Stahl, Stahlguss, Edelstähle, Gusseisen, NE-Metalle und Kunststoffe.

  • Diamant- und CBN-Schleifkörper: Die härtesten Schleifmittel sind die Diamant- und CBN-Schleifkörper. CBN steht dabei für Kubisch kristallines Bornitrid. Den höchsten Härtegrad hat Diamant, danach folgt CBN. Beide Schleifmittel-Arten werden gerne als Ergänzung zueinander gebraucht, da sie für unterschiedliche Werkstoffe besser geeignet sind. Es finden sich Diamant- und CBN- Schleifstifte, -scheiben, -töpfe oder -feilen.