Kissen (171.769 Produkte | 173.646 Varianten)

Wie finde ich das passende Kissen?

Beim Kauf eines neuen Kopfkissens ergeben sich viele Fragen: Welche Füllung wird meinen Bedürfnissen gerecht? Welchen Härtegrad sollte das Kissen haben? Welches Format ist für mich das beste? Wir wollen deshalb ein bisschen Licht ins Dunkle bringen und zeigen Dir die Vor- und Nachteile von verschiedenen Füllungen und Formaten sowie die Auswahl des passenden Härtegrades auf.

Die Füllung im Kopfkissen – welche ist die richtige für mich?

Im Groben lassen sich die Füllungen für Kopfkissen in natürliche und künstliche einteilen, die allesamt ihre Vor- und Nachteile haben. Wir möchten Dir hier einmal aufzeigen, welche das jeweils sind.

Natürliche Füllungen:

Daunen/Federn: Daunen sind nicht gleichzusetzen mit Federn, denn Federn sind härter und verhelfen dem Kissen zum nötigen Volumen. Außerdem enthalten die meisten Daunenkissen auch „normale“ Federn. Ein Daunenkissen darf allerdings erst als solches verkauft werden, wenn sein Anteil mindestens 60 % beträgt. Da die Daunen weicher sind, steigt der Härtegrad des Kissens mit dem Federanteil. Wichtig ist es deshalb, dass Du bei einem Daunenkissen darauf achtest, dass es in mehrere Kammern unterteilt ist. Dadurch ist gegeben, dass sich das Verhältnis von Daunen dementsprechend gleichmäßig verteilt. Der Nachteil an Daunenkissen ist aber, dass sie sich nicht so leicht waschen lassen, weil die feinen Daunenfedern dann verklumpen. Aus diesem Grund sollten Allergiker sich für eine andere Kissenfüllung entscheiden, denn durch die ausbleibende Wäsche können sich auch Milben ungestört darin vermehren.

Kapok: Als pflanzliches Füllmaterial wird vor allem Kapok eingesetzt. Die Faser stammt von den Samen des Kapokbaumes und erinnert von ihrer Konsistenz her an Baumwolle, wird aufgrund ihrer Verwendung aber tatsächlich auch als Pflanzendaunen bezeichnet. Die Vorteile des natürlichen Materials sind eine wasserabweisende Struktur, dank der sich keine Motten, Pilze oder Keime darin einnisten. Aus diesem Grund ist die Milbenbildung auch stark eingedämmt. Kapok ist also eine ideale Kissenfüllung für Allergiker. Hinzu kommt, dass die pflanzlichen Fasern sehr stabil sind. Sie enthalten zu 20 % Lignin, einen Stoff, der auch in Holz enthalten ist. Zudem eher leicht, atmungsaktiv, wärmerückhaltend ist. Auch Allergikermatratzen und -decken werden aus diesem Material angefertigt. Reine Kapok-Bettwaren sollten aber, genau wie Daunen, nicht gewaschen werden. Du Solltest sie lieber in die Sonne legen, viel lüften und regelmäßig aufschütteln. Anders sieht das aus, wenn es sich um ein Mischverhältnis aus einem Drittel Kapok und zwei Dritteln Baumwolle handelt. Dann kannst Du sie bei 60 °C waschen und anschließend maschinell trocknen.

Latex: Latex ist (in der Regel) ein natürliches Material, das aus dem Milchsaft der Kautschukpflanze hergestellt wird. „In der Regel“ bedeutet, dass es neben dem hier gemeinten Naturlatex auch aus Erdöl gewonnenen synthetischen Latex gibt. Dieser wird sogenannten Naturlatexprodukten oft beigemischt. Wenn Du also ein rein pflanzliches Produkt möchtest, solltest Du auf die Materialzusammensetzung achten, die in diesem Fall „100 % Naturlatex“ oder „100 % Naturkautschuk“ lauten sollte. Die Vorteile des Latex‘ sind seine besonders hohe Stützkraft, dank der sich das pflanzliche Produkt für Nackenstützkissen (orthopädische Kissen) ideal eignet. Auch die wärmespeichernden Eigenschaften und die Tatsache, dass Latex nicht verformt, sind Vorteile der pflanzlichen Füllung. Ein Nachteil ist hingegen, dass er nicht besonders atmungsaktiv und gerade für Personen, die viel schwitzen, nicht so gut geeignet ist.

Künstliche Füllungen:

Polyester: Der Kunststoff tritt in Kissenfüllungen in der Regel als Polyesterwatte auf. Diese weist körperwärmereflektierende Eigenschaften auf. Ideal ist er daher für Menschen, die nachts schnell frieren. Hinzu kommt, dass sich das Material sehr gut auch bei hohen Temperaturen waschen lässt und daher auch allergikergeeignet ist. Leider ist die Polyesterwatte, ebenso wie Latex, nicht sonderlich atmungsaktiv, sodass die Schweißproduktion angeregt wird. Kissen mit Polyesterfüllung verlieren außerdem leider schnell ihre Form und haben daher wenig Stützkraft. Zur Stabilisierung für den empfindlichen Nacken sind sie daher eher ungeeignet.

Kaltschaum: Der bekannte Kaltschaum, aus dem auch Matratzen häufig gefertigt werden, besteht aus Polyurethan, also einem Kunststoff oder Kunstharz. Meist sind Nackenstütz- bzw. orthopädische Kissen aus Kaltschaum, der dann an einem Stück in die entsprechende Form gebracht wurde. Die positiven Eigenschaften des Schaums sollen sein, dass er sich dem Körper anpasst, indem er nur an den Stellen einsinkt, an denen er belastet wird, und, dass er atmungsaktiv ist, weil er, wie es für einen Schaum üblich ist, Poren hat, die luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend sind. Hinzu kommt, dass er durch die Poren auch wärmespeichernd ist.

Gel: Auch Kissen mit Gelfüllung basieren auf Polyurethan. Der Kunststoff ist in diesem Fall nicht geschäumt, sondern zu Gel verarbeitet. Das Gel soll den Nacken entlasten, indem es sich dem Kopf anpasst. Durch die sehr gute Druckentlastung sind Kissen mit Gelauflage besonders gut für Menschen geeignet, die starke Nackenbeschwerden haben. Leider ist diese Kissenfüllung nicht atmungsaktiv, weshalb es am besten nur bei medizinischer Notwendigkeit eingesetzt wird.

Viskoseschaum:

Fühlt sich im Vergleich zu anderen Schaumfüllungen weich an und bietet eine noch höhere Druckentlastung. Der Schaum wird ebenfalls oft für Matratzen verwendet, die eine maximale Anpassungsfähigkeit versprechen. Viskoseschaum ist daher ebenfalls für Menschen mit orthopädischen Beschwerden geeignet. Im Gegensatz zum Gel ist der Schaum außerdem atmungsaktiv und deshalb besser für Menschen geeignet, die schnell anfangen, zu schwitzen.

Welcher Härtegrad ist für mich geeignet?

Der Härtegrad eines Kissens richtet sich genau wie der einer Matratze nach eventuellen orthopädischen Problemen, der Schlafposition und danach, wie viel Du Dich im Schlaf bewegst. Wie Du oben bereits gesehen hast, hängt die Härte eines Kissens vor allem mit dem Füllmaterial zusammen. Wenn Du jeden Tag mit Nackenschmerzen aufwachst, solltest Du also erst einmal hinterfragen, aus welchem Material Dein jetziges Kissen besteht, und welches demnach besser geeignet sein könnte. Für Rücken- und Seitenschläfer sollte das Kissen ausreichend Unterstützung für den Nacken bieten und den Kopf nicht zu hoch lagern. Diese Kissen können meist ruhig etwas härter ausfallen. Orthopädische Nackenstützkissen sind für Bauchschläfer hingegen eher nicht geeignet. Hier solltest du eher zu einem luftig gefüllten Daunen-, Kapok- oder Polyesterkissen greifen.

Format und Größe – sind sie wichtig?      

Beide Kriterien, Format und Größe, hängen oft mit ländertypischen Eigenheiten zusammen. In Deutschland sind die Kopfkissen meist eher quadratisch und haben die Standardgröße 80 x 80 cm. In anderen Ländern sind sie eher rechteckig. Im Grunde kannst Du hier nach Deinen eigenen Vorlieben entscheiden, vorausgesetzt, Du hast keine Nackenprobleme. Denn ein größeres Kissen lässt dem Kopf und den Hals eher höher aufliegen, was bei orthopädischen Beschwerden eher ungünstig ist. Hinzu kommt, dass du bei exotischen Formaten und Größen bedenken solltest, dass Du auch einen entsprechenden Bezug brauchst und einen entsprechenden Ersatz ggf. nicht so einfach findest.

Bei Zierkissen für das Sofa oder Tagesbett kommt es übrigens quasi nur auf Deinen persönlichen Geschmack an. Dennoch solltest Du auf Angaben zur Waschbarkeit sowie auf Standardmaße achten.