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Filter – nur etwas für Profis?

Fotofilter sind heutzutage meist bekannt aus Smartphone-Apps wie Snapchat oder Instagram. Diese dienen dazu, das Bild durch Farbveränderungen zu verschönern oder andere Effekte zu einem sonst normalen Bild hinzuzufügen. Jedoch stammt der Begriff aus der ursprünglicheren Fotografie, in der es durch analoge Filme nicht möglich war, Bildveränderungen im Nachhinein hinzuzufügen. Ein Filter beschreibt ein Element aus teildurchlässigem Material, das dadurch die Auftreffweise des Lichtes verändert. Trotz moderner Möglichkeiten der Bildbearbeitung durch digitale Bildsensoren sind Filter immer noch beliebt. Insbesondere professionellen Fotografen werden durch Filter Möglichkeiten eröffnet, zu der selbst moderne Bildbearbeitung nicht in der Lage ist. Aufgrund unterschiedlicher Anwendungsbereiche, gibt es eine Vielzahl an Filtern: darunter z. B. Pol-Filter, UV-Filter, Graufilter oder Verlaufsfilter.

Pol-Filter

Pol-Filter - oder auch Polarisationsfilter genannt - haben hauptsächlich zwei Funktionen. Zunächst sind sie in der Lage, Farben zu intensivieren und damit die Sättigung zu erhöhen, besonders lohnend ist dieser Effekt bei Landschaftsaufnahmen. Außerdem können Pol-Filter Spiegelungen verstärken oder bei Bedarf auch zu verringern. Diese Effekte sind möglich, da der Filter eine Beschichtung aufweist, die Lichtwellen, die in einer bestimmten Richtung gedreht sind, abblockt. Durch Drehen des Filters kann damit die Art der Lichtwellen, die nicht den Weg ins Objektiv finden sollen, ausgewählt werden. Dadurch ist es dann auch möglich, die Farben bestimmter Objekte zu verstärken und Spiegelungen, deren Lichtstrahlen eine bestimmte Rotation haben, auszusperren oder zu verstärken. Heutzutage werden Pol-Filter allerdings weniger häufig eingesetzt als noch zu Zeiten der analogen Fotografie. Dies liegt vor allem daran, dass digitale Bildbearbeitung ähnliche Effekte erzielen kann, wie z. B. eine hohe Farbsättigung. Vereinzelt kann sich jedoch der Einsatz eines Pol-Filters weiterhin bezahlt machen, wie zum Beispiel zur Reduzierung von Lichtreflexionen.

UV-Filter

UV-Filter sind ein umstrittenes Thema in der Fotografie. Der eigentliche Zweck liegt darin, Objektiv und Sensor vor UV-Strahlung zu schützen. Zum einen, da UV-Strahlung unschöne Bildeffekte hervorrufen kann, andererseits auch, da es zu dauerhaften Schädigungen an Glasbeschichtungen im Objektiv und am Sensor kommen kann. Zusätzlich werden UV-Filter gerne als Schutzelement vor dem Objektiv genutzt, um das empfindliche Frontelement am meist teuren Objektiv vor äußeren Einflüssen wie Staub, Wasser und Kratzern oder schlimmstenfalls sogar dem Zersplittern zu schützen. Der UV-Filter ist hierbei deswegen so beliebt, weil außer der UV-Strahlung das restliche Licht weiterhin ungehindert ins Objektiv einfallen kann. In der Theorie ist ein UV-Filter besonders für teure Objektive also ein ideales Schutzelement. Jedoch ist es so, dass ein UV-Filter in jedem Fall die Bildqualität negativ beeinflusst. Das liegt daran, dass in der Praxis das verwendete Glas – egal wie teuer – nie vollkommen glatt sein kann, sondern immer Unebenheiten aufweist. Das führt dazu, dass Lichtstrahlen minimal gebogen werden und so die Bildschärfe reduziert wird. Vor allem bei teuren UV-Filtern ist dieser Effekt allerdings zu vernachlässigen. Solltest Du also ein sehr teures Objektiv nutzen und Dir große Sorgen, um etwaige Gebrauchsspuren machen, solltest Du zu einem UV-Filter greifen. Dann solltest Du aber auch etwas Geld in die Hand nehmen und einen Filter kaufen, der die Bildqualität nur geringfügig negativ beeinflusst. Gute Filter beginnen preislich bei etwa 80 €. Wenn Du nicht zusätzlich so viel Geld für solch einen Filter ausgeben möchtest, solltest Du einfach etwas vorsichtig mit Deinem Objektiv umgehen, anstatt Deine Bildqualität mit einem günstigen Filter stark zu verschlechtern.

Graufilter

Graufilter sind die wohl am häufigsten genutzten Filter in der modernen Fotografie. Keine digitale Nachbearbeitung kann den Einsatz eines Graufilters ersetzen. Das liegt daran, dass Graufilter die Menge an einfallendem Licht reduzieren, um so eine längere Belichtungszeit zu ermöglichen. Eine lange Belichtungszeit ist dann sinnvoll, wenn schnelle Bewegungen nicht wie in der Sportfotografie eingefroren werden, sondern als kunstvolle Lichtspur festgehalten werden sollen. Diese sogenannten Langzeitbelichtungen sind besonders beliebt, um fließendes Wasser glatt erscheinen zu lassen, oder um Nachts z. B. die Lichter von Autos in lange glühende Lichtspuren zu verwandeln. Ein Graufilter ist deshalb notwendig, da bei langer Belichtungszeit zu viel Licht in die Kamera kommt und das Bild überbelichtet wird. Um dem entgegenzuwirken, wird der Filter genutzt, der einen Teil des Lichts nicht durchlässt. Graufilter sind in verschiedenen Stärken zu kaufen. Dabei gibt die Zahl im Namen eines Filters den Faktor an, um den sich die Belichtungszeit mit dem Filter verlängert. Da der Graufilter auch als ND Filter (Neutral Density Filter) bekannt ist, heißt ein Filter, mit dem sich die Belichtungszeit um das 1.000-fache verlängern lässt, dann „ND1000“. Graufilter sind ebenfalls in variabler Ausführung erhältlich. Diese Filter verfügen nicht über einen festen Wert, welcher die Verlängerung der Belichtungszeit angibt, sondern sie lassen sich durch Drehen anpassen, sodass sie ideal für besonders flexible Anwendungsbereiche sind. Wie bei den UV-Filtern ist auch bei den Graufiltern darauf zu achten, dass ein möglichst hochqualitativer Filter gekauft wird. Leider sind hochqualitative Filter sehr hochpreisig, sodass mit Preisen von über 100 € gerechnet werden sollte, um eine Verschlechterung der Bildqualität zu vermeiden. Bei variablen Graufiltern kann es auch angebracht sein, mehr Geld auszugeben, da diese aus zwei übereinanderliegenden Graufiltern bestehen und somit teurer in der Herstellung sind. Graufilter sind häufig die Investition wert, da sie ganz neue Bereiche der Fotografie eröffnen.

Verlaufsfilter

Verlaufsfilter sind im Grunde genommen Graufilter, jedoch unterscheiden sie sich von klassischen Graufiltern in der Hinsicht, dass sie keine vollständige Beschichtung aufweisen. Sie sind meist in zwei Hälften geteilt – einer beschichteten und einer unbeschichteten – mit einem Übergang dazwischen. Diese Filter ermöglichen dann dem Fotografen Fotos, die ohne Filter über- bzw. unterbelichtete Stellen aufweisen würden. Die gängigste Anwendung der Filter ist in der Landschaftsfotografie: Der weniger lichtdurchlässige Teil des Bildes wird genutzt, um den hellen Himmel zu verdunkeln, sodass der Himmel eine ähnliche Helligkeit wie die dunkle Landschaft aufweist. Verlaufsfilter sind nur etwas für erfahrene Fotografen, da der Effekt schnell unnatürlich aussehen kann. Zu gewissen Teilen kann der Effekt auch durch digitale Bildbearbeitung erzeugt werden. Dazu müssen Bilder mit dem gleichen Bildausschnitt mit unterschiedlicher Belichungsintensität aufgenommen und im Nachhinein am Computer zusammengefügt werden. Damit können die hellen Bereiche aus den dunkleren Fotos und die dunklen Bereiche aus den helleren Fotos

entnommen werden, ohne dass Bildausschnitte nicht richtig belichtet sind. Jedoch sollte auch hierbei beachtet werden, dass weniger mehr ist, da eine solche Bearbeitung ein Foto ebenfalls schnell unnatürlich aussehen lassen kann.

Anbringung der Filter

Es gibt zwei verschiedene Arten, Filter an das Objektiv zu montieren. Die bequemste und meist kostengünstigste ist es, den Filter in das dafür vorgesehene Schraubgewinde am Objektiv zu schrauben. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es verschiedene Gewindegrößen gibt, sodass ein Filter nicht für jedes Objektiv passen wird. Dieses Problem lässt sich bei kleinen Unterschieden in der Gewindegröße mit sogenannten „Step-Up“ oder „Step-Down“ Adapterringen lösen, jedoch muss bei größeren Unterschieden ein neuer Filter gekauft werden. Dieses Problem gibt es nur selten bei sogennaten Rechteckfiltern, da diese sich meist auf vielfältige Objektivgrößen montieren lassen. Außerdem ist bei einem Rechteckfilter die Anpassung des Filters einfacher, was besonders bei Verlaufsfiltern wichtig ist, da diese für jede Aufnahme neu angepasst werden müssen. Allerdings sind Rechteckfilter in der Anschaffung meist wesentlich teurer und lohnen sich durch den Kauf einer eigens dafür notwendigen Halterung meist erst bei der Nutzung mehrerer Filter, zudem kann ein Rechteckfilter nicht einfach auf dem Objektiv montiert bleiben und ist als UV-Filter somit ungeeignet.