Unkrautbekämpfung (852 Produkte | 866 Varianten | 1.015 Angebote)

Unkrautbekämpfung - So wirst Du die Wildkräuter in Deinem Garten los

Des Gärtners größter Dorn im Auge ist wohl das Unkraut. Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine Pflanze, die zur falschen Zeit am falschen Ort ist – zumindest in den Augen der Gartenbesitzenden. Denn grundsätzlich ist gegen Pflanzen wie Disteln, Giersch, Löwenzahn, Klee und Moos nichts einzuwenden, handelt es sich doch um wichtige Komponenten zum Erhalt des Gleichgewichts im Ökosystem. Wuchern sie jedoch auf Gartenwegen, stören sie die Optik und im Beet entziehen sie dem Anbau sowohl Wasser als auch Nährstoffe. Um das zu verhindern, kommst Du beim Gärtnern um das Entfernen von Unkraut auf Dauer nicht herum. Doch wie wird hier am effektivsten vorgegangen und welche Möglichkeiten gibt es, die unliebsamen Pflanzen zu entfernen? Folgend seien verschiedene Optionen und Hilfsmittel zusammengetragen.

Lieber mechanisch oder chemisch vorgehen?

Die mechanische Unkrautbekämpfung. Allgemein gilt die mechanische Bekämpfung von Unkraut als die effektivste. Im Grunde werden die Wildkräuter einfach abgehackt oder aus dem Boden gezogen. Hier offenbart sich sogleich aber auch die Kehrseite der Medaille: Die Methode ist nicht nur am effektivsten, sondern auch am mühsamsten. Das wiederum liegt zum einen an der Handarbeit, die nicht automatisiert werden kann, zum anderen wird speziell beim Abhacken nur der oberirdische Teil der Pflanze entfernt. Die Wurzel unter der Erde ist noch vorhanden und kann wieder austreiben. Bis ihre Energiereserven aufgebraucht sind, können Monate vergehen. Hier ist also Geduld gefragt. Daneben bedarf es der richtigen Werkzeuge. Unkrautarten, die noch keine tiefen Wurzeln geschlagen haben, können samt Wurzel aus dem Boden gezupft werden. Für Beete und weite Flächen eignen sich Ziehhacke und Unkrautstecher. Wildkräuter, die sich an die Wurzeln anderer Pflanzen geklinkt haben, lassen sich zudem mit einem Handgrubber (auch Hühnerkralle genannt) entfernen, indem Du erst den Boden auflockerst und dann mithilfe des Handgrubbers vorsichtig die Wurzeln des Unkrautes aus der Gartenpflanze kämmst. Um Wildkräuter an Fugen zu bekämpfen, gibt es spezielle Fugenkratzer. Die Geräte besitzen am Kopf eine schmale Klinge oder Drahtbürste, mit denen das Unkraut von den Fugen gekratzt werden kann. Wer das nicht kniend oder in der Hocke erledigen möchte, besorgt sich einen Fugenkratzer mit langem Stiel. Alternativ kann eine „grüne Fuge“ gepflanzt werden. Hierbei handelt es sich um Sternmoos oder andere passende Pflanzen, die als Fugen gepflanzt werden und mit ihrer Präsenz automatisch andere Wildkräuter verdrängen.

Die chemische Unkrautbekämpfung. Wem die mechanische Unkrautbekämpfung zu aufwendig ist, hat auch die Möglichkeit chemisch vorzugehen. Doch sei an dieser Stelle angemerkt, dass dies nicht nur kostenintensiver, sondern auch umweltschädlicher ist. Eine Option bieten sogenannte Blattverätzungsmittel wie beispielsweise Moosvernichtung, die es häufig in Konzentratform gibt. Sie entfalten ihre Wirkung auf den grünen Blättern, die sie verätzen, ziehen aber nicht in die ganze Pflanze ein, wirken also nur außerhalb. Das Resultat gleicht dem mechanischen Abhacken, denn die Wurzel des Unkrauts bleibt hier noch intakt, sodass eine Bearbeitung mit Blattverätzungsmitteln mehrfach durchgeführt werden muss.

Eine andere Option sind die sogenannten systemischen Mittel. Sie dringen in das System der Pflanze ein, wirken also auch im Inneren der Pflanze und töten von der Wurzel bis zur Spitze alles ab. Allerdings wirken systemische Mittel nur bei einer warmen Außentemperatur.

Die dritte Option im chemischen Kampf gegen Unkraut stellen Herbizide dar. Sie sind sehr wirksam, greifen aber alles an, was krautig ist und grüne Blätter hat. Herbizide sollten deshalb nur dann genutzt werden, wenn zwischen Wildkräutern und Gartenpflanzen genügend räumliche Trennung herrscht. Andernfalls riskierst Du das Ableben Deiner geliebten Blumen. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass die Anwendung von Herbiziden auf Gehwegen, Terrassen und Auffahrten verboten ist und bei Zuwiderhandlung hohe Bußgelder drohen.

Unkrautbekämpfung durch Hitze oder Lichtentzug?

Um Unkraut auf Fugen von Pflastersteinen, sogenannten Pflasterfugen, zu entfernen, kann ein Unkrautbrenner genutzt werden. Mit den elektrischen oder gasbetriebenen Geräten fährst du langsam über die Blätter, sodass der oberirdische Teil der Pflanze aufgrund des Hitzeschocks abstirbt. Auch hier bleibt jedoch die Wurzel erhalten, die Behandlung muss also mehrmals durchgeführt werden. Wem der Brenner nicht zusagt, kann alternativ auch einfach kochendes Wasser über die Fugen schütten.

Vor allem auf weiten Flächen und Beeten eignet sich zudem die Unkrautentfernung durch Lichtentzug. Hierbei hilft eine lichtundurchlässige Mulchfolie, die wie eine Plane über das Beet gelegt wird. Der Mangel an Sonnenstrahlen unter der Folie lässt die Wildkräuter auf Dauer eingehen, den Nutzpflanzen werden selbstverständlich kleine Aussparungen geschnitten. Wem die Folie optisch ein Dorn im Auge ist, kann sie mit Rinden- oder Dekormulch überdecken.

Biologische Unkrautbekämpfung – geht das?

Am wenigsten greift in die Natur ein, wer bei der Unkrautbekämpfung mit biologischen Mitteln vorgeht. So kann in Beeten und Rabatten mit Pflanzen gearbeitet werden, die von Natur aus am Boden wachsen und sich dort ausbreiten. Solche Bodendecker behindern mit ihrem Sein nicht nur das Wachsen von Unkraut, sie geben zusätzlich einen natürlichen Touch. Pflanzen wie Fetthenne, Immergrün, Pfennigkraut, Storchschnabel, Waldmeister oder Wollziest eignen sich besonders gut.

Eine andere Möglichkeit stellt Rasenschnitt sowie Rindenmulch dar, die wie eine Decke über die jeweilige Fläche ausgebreitet werden. Dabei solltest Du jedoch darauf achten, die Schicht nicht zu dick anzulegen, andernfalls wirst Du dort bald Schnecken und Mäuse vorfinden. Außerdem sei hier erwähnt, dass Wildkräuter auf Dauer auch vor Mulch nicht halt machen und durch ihn hindurch wachsen. Sind die Kräuter noch klein, lassen sie sich aus dem lockeren Mulch jedoch deutlich leichter ziehen, als aus der Erde.

Unkrautbekämpfung beim Rasen – wie gehe ich vor?

Wildkräuter im Rasen lassen sich am effektivsten mit einer dichten Grasnarbe vorbeugen. Pflegst Du Deinen Rasen gewissenhaft, ist das also schon die halbe Arbeit. Dünger spielt hier eine besondere Rolle, denn bei Rasen handelt es sich um eine Monokultur, die Du mit speziellem Rasendünger explizit stärkst. Das lässt im Umkehrschluss weniger Platz für andere Pflanzen. Rasendünger kann also als Unkrautbekämpfungsmittel gesehen werden. Daneben gibt es auch Kombinationsprodukte, also Rasendünger mit Unkrautvernichter oder Rasendünger mit Moosvernichter. Sollten die Wildkräuter wider erwarten trotzdem auf dem Gras wuchern, lassen sich diese durch spezielle Rasenherbizide eliminieren.