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So findest Du die perfekte Hi-Fi-Anlage!

High Fidelity – das lässt sich mit hoher Wiedergabe- oder Klangtreue übersetzen. Weil nicht jedes Wiedergabegerät den Anforderungen von scherzhaft als „audiophil“ Bezeichneten entspricht, haben wir hier einmal aufgezeichnet, worauf es beim Kauf von Hi-Fi-Bedarf ankommt.

Eine Hi-Fi-Anlage wäre keine Anlage, wenn sie sich nicht aus mehreren Geräten zusammensetzen würde. Alle Bestandteile haben natürlich ihre eigenen Ansprüche – hier daher eine Auflistung der Komponenten mit ihren jeweiligen Gütekriterien.

Worauf muss ich bei Quellgerät und Lautsprechern achten?

Quellgeräte: Analoge Abspielmedien werden zwar immer seltener, doch sind sie in Hi-Fi-Kreisen immer noch sehr beliebt. Streamingdienste sind deshalb unter eingefleischten Hi-Fi-Fans unbeliebter, weil es heißt, dass man den Unterschied hören könne und nur die analoge Wiedergabe vom Tonträger echte Studioqualität liefere – oft gibt es sogar CDs mit Aufnahmen, die eigens auf die Wiedergabe mit Hi-Fi-Geräten ausgelegt sind. Bei herkömmlichen Streamingdiensten sei diese Qualität laut Hi-Fi-Kreisen oft nicht gegeben. Mittlerweile gibt es allerdings auch spezielle Streamingplattformen speziell für Hi-Fi-Begeisterte. Es lässt sich sicher ohnehin darüber streiten, inwiefern der feine Unterschied hörbar ist. Diejenigen, die auf CDs und Vinyl setzen, werden sich also auf jeden Fall ein Abspielgerät kaufen. Ob nun CD-Spieler, Plattenspieler oder Internetradio –  wie auch immer Du Dich entscheidest, das „Quellgerät“, wie es auch manchmal genannt wird, sollte schon hochwertig sein, doch muss es kein „High-End-Gerät“ sein wie etwa die Lautsprecher oder der Verstärker.

Lautsprecher: Hier kommt es vor allem auf den Raum an, in dem die Lautsprecher aufgestellt werden sollen: Seine Größe, die Form, die Deckenhöhe und sogar der Bodenbelag sind entscheidend für den Sound, der letztlich dabei herumkommen soll. Dementsprechend müssen die Lautsprecher einer gewissen Größe entsprechen und anschließend so im Raum positioniert werden, dass sie das Sounderlebnis perfektionieren. Hierzu ist vor allem wichtig, den sogenannten Sweet Spot zu ermitteln, nach dem Du die Lautsprecher ausrichtest. Je nachdem, ob Du Dich nun für Standlautsprecher, Regallautsprecher oder für solche mit einer Aufhängung für die Wand entschieden hast, kannst Du den perfekten Abstand zwischen Hörer und Lautsprechern berechnen. In der Regel werden diese zu einem Dreieck formiert, sodass die Person, die die Musik hören möchte, an der Spitze steht. Die Lautsprecher werden dann in einem 60°-Winkel zu dieser Person ausgerichtet und mit einem Umrechnungsfaktor von 0,87 berechnet. Das bedeutet, wenn die Lautsprecher zueinander etwa einen Abstand von 2,5 m haben, beträgt der perfekte Abstand zum Zuhörer 2,18 m (2,5 m x 0,87). So kannst Du also unabhängig von der Raumgröße das volle Sounderlebnis genießen.

In der Regel wird in Hi-Fi-Kreisen empfohlen, bei kleinen Räumen bis zu einer Größe von 15 m² Regallautsprecher zu nutzen, ab einer Größe von 16 m² können dann sowohl Lautsprecher zum Aufhängen als auch Standlautsprecher dienen. Ab einer Raumgröße von 25 m² sind Standlautsprecher angemessen. Bei kleineren Lautsprechern ist vor allem wichtig, dass sie homogen spielen und nicht dröhnen, während große Standlautsprecher, einen größeren Abstand erfordern, größere Räume beschallen und deshalb mehr Schalldruck und Bass liefern können müssen. Je nachdem, welchen Bodenbelag und welchen Anteil an Teppichen, Vorhängen und Polstern es außerdem im jeweiligen Raum gibt, so müssen auch die Nachhallzeit und die Höhen der Lautsprecher ausfallen. Wenn im entsprechenden Raum z. B. der textile Anteil überwiegt, Du also einen „trockenen Raum hast, so werden die Höhen gedämpft und die Nachhallzeit beträgt 0,4 Sekunden. Wenn der Anteil an glatten Oberflächen und Teppich und anderen Stoffen gleich verteilt sind (ausgewogener Raum), beträgt die Nachhallzeit 0,4 bis 0,6 Sekunden, während Du in den Frequenzen hier keinen Unterschied merken wirst. In sogenannten halligen Räumen, also solchen, in denen die glatten Oberflächen wie Holz oder Glas den Großteil ausmachen, ist mit einer Nachhallzeit über 0,6 Sekunden zu rechnen. Das heißt, dass die Lautsprecher den Schall so bündeln müssen, dass kein Scheppern entsteht, wenn es lauter oder hochfrequentierter wird. Beziehe bei der Auswahl Deiner neuen Lautsprecher also vor allem den Raum mit ein, in dem sie stehen oder angebracht werden sollen.

Welchen Verstärker soll ich kaufen?

Verstärker. Einen Audioverstärker braucht jede Hi-Fi-Anlage, weil er die Signale des Abspiel- bzw. Quellgeräts erst zum Klingen bringt, indem er sie an die Lautsprecher weiterleitet. Dabei wird die eher niedrige ausgehende Spannung der Signalquelle zunächst verstärkt, wodurch auch die Lautstärke und letztlich auch die Leistung erhöht werden. Das liegt vor allem daran, dass ein Lautsprecher viel mehr Strom als z. B. ein Kopfhörer benötigt, der vom Quellgerät so nicht erzeugt werden kann – die ausgehenden Signale müssen sozusagen erst einmal aufbereitet werden. So viel zur Theorie – aber welchen Verstärker brauchst Du nun tatsächlich für Deine Hi-Fi-Anlage?

Für den Bereich Audio werden in der Regel entweder AV-Receiver oder Stereoverstärker bzw. Hi-Fi-Verstärker gewählt. Ein AV-Receiver ist, wie der Name sagt, kein reiner Verstärker, er bietet zugleich die Funktion eines Receivers, weshalb er gerne für Heimkinoanlagen eingesetzt wird. Der Vorteil ist, dass er eben auch Videosignale verarbeiten kann. Er verfügt über eine WLAN-Verbindung und in moderner Ausführung auch über eine Bluetooth-Verbindung. So kannst Du nicht nur Musik, sondern auch Filme streamen und das auch noch über das Smartphone oder das Tablet steuern. Ein AV-Receiver ist also dann am besten, wenn Du gleichermaßen film- wie musikbegeistert bist und Dir eine Heimkinoanlage einrichten möchtest.

Stereoverstärker oder Hi-Fi-Verstärker werden nicht digital, sondern über klassische Kabel mit dem Quellgerät verbunden. Unter eingefleischten Hi-Fi-Fans wird es kaum jemanden geben, der einen AV-Receiver den Stereoverstärkern vorziehen würde. Das hat den Grund, dass ein AV-Receiver seinen Schwerpunkt nicht auf die reine Audiowiedergabe legt. Ein absolut klares, unverfälschtes und, ganz im Sinne der High Fidelity, wiedergabetreues Klangbild wirst du mit einem Stereo- oder Hi-Fi-Verstärker eher erreichen als mit einem AV-Receiver. Denn sie sind sozusagen wahre Audiospezialisten, weil sie das Signal unverfälscht weitergeben. Gleichzeitig sind es allerdings auch eher Puristen, denn mehr als das Ein- und Ausschalten ist hiermit meist nicht möglich.

Gleichzeitig wird unter den reinen Audioverstärkern auch noch einmal zwischen Transistorverstärkern und Röhrenverstärkern unterschieden. In den meisten Fällen wird hier nach Budget entschieden: Transistorverstärker sind im Schnitt günstiger und werden zum Einstieg empfohlen, während Röhrenverstärker vor allem Vinylbegeisterten ans Herz gelegt werden, weil sie für ihren warmen Klang bekannt sind, der vor allem bei Schallplatten das ganz gewisse Etwas mitbringt. Unabhängig vom Verstärkertyp ist übrigens teuer nicht immer automatisch besser. Wer sich schon einmal mit Hi-Fi-Zubehör beschäftigt hat, weiß, wie teuer es nach oben hin werden kann. Du solltest natürlich nicht auf die allerbilligste Variante zurückgreifen, bei der man sich fragt, wie dieser niedrige Preis überhaupt zustande kommen kann – eine mittlere Variante sollte aber vollkommen ausreichen. Hier kannst Du Dich auf namhafte Marken und Rezensionen verlassen, denn ein guter Verstärker ist tatsächlich das Herzstück so einer Anlage. Es heißt, dass der Sound nur so gut sein kann wie sein Verstärker, unabhängig davon, wie gut die Lautsprecher sind.

Auch Kabel spielen eine große Rolle für das pure Audioerlebnis. Davon brauchst Du eine Menge und auch hier kannst Du gerne auf Qualität setzen und solltest nicht geizen. Worauf Du hier etwa achten kannst, ist auf die Verwendung von reinem, sauerstofffreiem Kupfer und eine robuste Ummantelung der Kabel sowie solide Stecker. Die Kabel sollten nicht schnell brechen und ein schlechtes Zeichen ist es allemal, wenn sich die Ummantelung bereits nach kürzester Zeit zu lösen beginnt. Es lohnt sich also bei so etwas auf den ersten Blick „Unbedeutendem“ wie der Verkabelung ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen. Zudem sollte z. B. das analoge Cinch-Kabel nicht zu lang sein, da die Audioqualität gerade bei analogen Kabeln tatsächlich leiden kann, je länger der Übertragungsweg ist. Weitere Kabel, die Du für eine vollständige Hi-Fi-Anlage benötigst, sind neben Cinch-Kabeln, Lautsprecherkabel, Koax-Digitalkabel, optische Digitalkabel, Bananenstecker bzw. Kabelschuhe und eventuell HDMI-Kabel.