Dichtstoffe (18.742 Produkte | 18.610 Varianten)

 

 

Diese Stoffe halten dicht

Seit jeher gehört es schon zu den Aufgaben des Menschen, sein Eigenheim vor äußeren Umwelteinflüssen zu schützen. Offene Spalten wurden anfangs mit Gras, Lehm, Bienenwachs und Baumharz ausgefüllt. Dank Fortschritten in der Polymerchemie während der 50er- und 60er-Jahre gibt es heute eine große Bandbreite an synthetischen Dichtstoffen. Sie zeichnen sich durch ihre pastöse Textur und ihre aushärtende Wirkung aus. Daher sind sie auch eng verwandt mit den Klebstoffen, doch im Gegensatz zu letzterem finden Dichtstoffe eher auf dem Bau Anwendung, wohingegen Klebstoffe für den Haushaltsgebrauch geeigneter sind. Zur grundsätzlichen Aufgabe von Dichtstoffen gehört die undurchlässige Versiegelung von Fugen, Spalten und Löchern. Besonders im Sanitärbereich, im Dach- und Fassadenbau, bei der Verlegung von Böden sowie bei der Konstruktion von Türen und Fenstern kommen Dichtstoffe zum Einsatz. Hier erfährst Du alles, was es zum Thema Dichtstoffe zu wissen gibt.

Fragen über Fragen

Nicht jeder Dichtstoff ist für jeden Anwendungsbereich geeignet. Bevor Du irgendeinen Dichtstoff kaufst und Dich der Arbeit hingibst, solltest Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Welche Materialien sollen verdichtet werden?

  • Welchen Belastungen wird der Dichtstoff ausgesetzt sein?

  • Wie langlebig muss der abdichtende Werkstoff sein?

  • Welchen Umwelteinflüssen muss der Dichtstoff standhalten?

Chemische Bindungen und physikalische Wechselwirkungen

Die Bindung des Dichtstoffes an das jeweilige Bauteil, auch Adhäsion genannt, erfolgt entweder über eine chemische Reaktion oder über physikalische Wechselwirkungen wie elektrostatische Kräfte. Chemische Bindungen verfügen im Vergleich zu den physikalischen über eine stärkere Adhäsionskraft und sind deshalb für den Außenbereich, wo Wind und Wetter großen Einfluss haben, geeigneter. Für den Innenbereich reichen aber auch Dichtstoffe mit physikalischer Bindung vollkommen aus.

Das ultimative Dichtstoff-Matching

Heutzutage sind Silikon- und Acryldichtstoffe die gängigsten Werkstoffe. Doch auch hier gibt es je nach Anwendungsbereich feine Unterschiede:

  • Dichtstoffe im Sanitärbereich: Aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit und Spritzwasser sind Rand- und Übergangsfugen sowie Innenecken im Badezimmer hohen Belastungen ausgesetzt. Daher werden hier Silikondichtstoffe angewendet. Diesen sogenannten Sanitärsilikonen werden fungizide Stoffe beigesetzt, um der Schimmelbildung entgegenzuwirken.

  • Wände, Decken und Böden: Willst du beispielsweise Risse im Holzboden oder in Wänden beseitigen, eignen sich hierfür Acryldichtstoffe am besten. Sie sind überstreich- bzw. übertapezierbar und lassen sich schleifen. Gegen Wassereinwirkung ist dieser Dichtstoff im Gegensatz zum Sanitärsilikon jedoch nicht resistent.

  • Dichtstoffe in der Küche: In der Küche ist es wichtig, Übergänge zwischen Arbeitsplatte und Wand oder der Auflagefläche des Spülbeckens zu verdichten. Wie im Badezimmer geschieht dies über schimmelresistente Silikondichtstoffe. Bei Verwendung von Silikondichtstoffen in der Küche solltest Du allerdings darauf achten, dass diese keine gesundheitsschädlichen Dünste freisetzen, welche dann schlimmstenfalls an den Lebensmitteln haften.

  • Dichtstoffe für den Außenbereich: Im Außenbereich werden neutralvernetzende Silikone verwendet. Das heißt, diese Art von Silikonen ist auf Wasserbasis gelöst, so verdunsten die Silikone beim Durchtrocknen das Wasser anstatt Feuchtigkeit aufzunehmen. Das sogenannte Bausilikon ist daher robust gegenüber Wettereinwirkungen und kann für Terrassen, Balkone oder Flachdächer verwendet werden. Es haftet auf vielen bautypischen Untergründen und ist außerdem durch Zusatzstoffe gegen die negative Wirkung der UV-Strahlung der Sonne geschützt.

Aufgepasst!

Bevor Du Dichtstoffe jeglicher Art anwendest, ob in der Küche, im Badezimmer oder draußen, musst Du folgendes beachten: Die verdichtenden Werkstoffe haften nur dann, wenn die Fugenflanken entsprechend vorbereitet sind. Entferne dazu etwaige lose Bestandteile wie Rost und Staub und reinige sie bei Bedarf von Ölen, Fetten und anderen Lösungen.