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Mit den 5 Normgruppen den richtigen Kindersitz finden

In Deutschland herrscht seit April 1993 die Kindersitzpflicht. Das bedeutet, dass Kinder bis zum Alter von 12 Jahren bzw. bis zu einer Größe von 150 cm im Auto mithilfe eines Autositzes gesichert werden müssen. Der Markt für Kindersitze ist jedoch riesig und entsprechend überwältigend kann die Auswahl an Produkten auf die Eltern wirken. Doch schon ein paar grobe Anhaltspunkte helfen, um Licht ins Dunkle zu bringen. Häufig leben Eltern nach dem Motto „Da wächst das Kind noch herein.“ Bei Autositzen ist davon aber strengstens abzuraten, denn ein Sitz sollte von Beginn an auf das Kind abgestimmt und von der Größe passend sein. Ein ganz elementarer Schritt bei der Auswahl eines Kindersitzes ist es also, zunächst einmal die korrekte Größe zu finden. Alle Sitze sind in verschiedene Normgruppen eingeteilt, die sich aus bestimmten Angaben, wie Größe und/oder Gewicht eines Kindes ergeben. So lassen sich die folgenden Gruppen unterscheiden:

  • Gruppe 0+

Die Gruppe 0+ umfasst die Transportmittel für Neugeborene und Babys, sogenannte Babyschalen. Sie sind für Babys mit einem Gewicht bis maximal 13 kg zugelassen, sollten aber auch vorher schon gewechselt werden, wenn der Kopf des Kindes auf Höhe des Schalenrandes ist. Babyschalen müssen grundsätzlich entgegen der Fahrtrichtung im Auto befestigt werden. Das rührt daher, dass nur diese Position im Falle eines Unfalls einen ausreichenden Schutz der Wirbelsäule des Babys gewährleisten kann und somit als am sichersten gilt. Babys und Kleinkinder sollten deshalb am besten so lange wie möglich entgegen der Fahrtrichtung mitfahren. Außerdem darf die Babyschale nur dann auf dem Beifahrersitz angebracht werden, wenn dessen Airbag nicht eingeschaltet ist. Andernfalls gehören die Sitze auf die Rückbank, wo das Baby innerhalb des Autos ebenfalls am sichersten ist. Befestigt wird die Babyschale entweder per Drei-Punkt-Gurt oder Isofix-System. Bei letzterem handelt es sich um ein spezielles Bedienungssystem, durch welche eine unbewegliche Verbindung zwischen Fahrzeug und Kindersitz hergestellt wird.

  • Gruppe 0-1

Die Gruppe 0 – 1 umfasst Transportmittel für Babys und Kleinkinder. Sie sind zugelassen für ein Gewicht von bis zu 18 kg und damit eine Alternative bzw. eine Weiterführung für große und kräftige Babys, die schon frühzeitig aus den Modellen der Gruppe 0+ herausgewachsen sind. Man spricht hier auch von gruppenübergreifenden Sitzen, die es in zwei Varianten gibt: als in oder entgegen der Fahrtrichtung anzubringende Modelle. Nichtsdestotrotz sollte ein Kind so lange wie möglich entgegen der Fahrtrichtung transportiert werden, mindestens aber so lange, wie es nicht selbstständig sitzen kann. Auch hier gilt, dass die Schale gewechselt werden sollte, sobald der Kopf des Kindes auf Höhe des Schalenrandes bzw. das Maximalgewicht erreicht ist. Befestigt werden die Modelle der Gruppe 0 – 1 ebenfalls entweder per Drei-Punkt-Gurt oder Isofix-System.

  • Gruppe 1

Die Transportmittel der Gruppe 1 können als Nachfolger der Gruppe 0+ gesehen werden, denn sie umfassen Autositze für Kleinkinder und Kinder innerhalb einer Gewichtsspanne von 9–18 kg. Wie schon in Gruppe 0 – 1 gibt es auch hier sowohl Modelle, die in als auch solche, die entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden und gewechselt werden sollten, sobald das Kind 18 kg wiegt oder dessen Kopf den oberen Rand des Sitzes erreicht hat. Befestigt werden die Modelle entweder per Drei-Punkt-Gurt oder Isofix-System.

  • Gruppe 2-3

Die Gruppe 2 – 3 umfasst Transportmittel für Kinder mit einem Gewicht zwischen 15 – 36 kg, sie folgt also auf die Gruppe 1. Sowohl das Kind selbst als auch dessen Autositz werden hier mit dem Drei-Punkt-Gurt des Autos angeschnallt, alternativ und so vorhanden, kann der Sitz aber auch über das Isofix-System in dem Fahrzeug befestigt werden. Die Modelle der Gruppe 2 – 3 sind in ihrer Größe variabel, können sich also der Körpergröße des Kindes anpassen. Wiegt das Kind 36 kg, ist 150 cm groß oder hat das 12. Lebensjahr abgeschlossen, kann der Kindersitz abgeschafft werden.

  • Gruppe 1-2-3

Wie die Gruppe 0 – 1 handelt es sich auch bei den Autositzen innerhalb der Gruppe 1-2-3 um gruppenübergreifende Modelle. Zugelassen sind die Sitze für Kinder innerhalb der Gewichtsspanne von 9 – 36 kg. Die Sitze können über das Isofix-System in dem Fahrzeug befestigt oder per Drei-Punkt-Gurt angeschnallt werden. Auch hier ist die Sitzgröße variabel, kann also der Körpergröße des Kindes angepasst werden und sozusagen mit dem Kind mitwachsen.

Hast Du die für Dein Kind relevante Autositz-Normgruppe gefunden, kreist dies die Auswahl an Produkten schon bedeutend ein. Daneben lässt sich sagen, dass Experten die sogenannten Reboarder-Autositze als am sichersten einstufen. Hierbei handelt es sich um Kindersitze der Gruppen 0+, 0-1 und 1, die entgegen der Fahrtrichtung im Fahrzeug befestigt werden können und von Geburt an, bis maximal 18 kg, verwendbar sind. Innerhalb der Gruppe 1 können einige Reboarder wahlweise auch in Fahrtrichtung angebracht werden. Bevor Du Dich nun aber für einen spezifischen Sitz entscheidest, sollte vorher immer die Fahrzeugtypenliste des Produkts angeschaut werden, denn nicht jeder Sitz ist für jedes Auto geeignet. Die Liste ist dem Kindersitz in der Regel beigefügt oder auf der Website des Herstellers einsehbar. Ist Dein Auto nicht auf dieser Liste zu finden, darf der Kindersitz nicht in Dein Fahrzeug eingebaut werden.

i-Size und Isofix

Aktuell (Stand: 12/2019) gelten in Deutschland drei Kindersitz-Normen: UN ECE Reg. 44/03, UN ECE Reg. 44/04 und UN ECE Reg. 129 (auch i-Size genannt). Während die ersten beiden (älteren) Normen Kindersitze in fest definierte Gewichtsklassen einteilen, orientiert sich die i-Size-Regelung an der Größe eines Kindes. Genauer versteht man unter i-Size die EU-Sicherheitsverordnung R 129, dessen erste zwei Phasen 2013 und 2017 bereits in Kraft getreten sind und eine verbesserte Sicherheit von Kindern von Geburt an bis zu einer Körpergröße von 150 cm garantieren. Dies wird zum einen dadurch erwirkt, dass die Nutzung eines Kindersitzes entgegen der Fahrtrichtung bis zu einem Alter von 15 Monaten innerhalb der nächsten Jahre zur Pflicht werden soll. Zum anderen sieht die i-Size-Regelung die Verwendung des Isofix-Systems in Zukunft als obligatorisch vor, um die Sicherheit beim Fahren zu erhöhen und einem falschen Einbauen des Kindersitzes ins Fahrzeug leichter vorzubeugen. Isofix ist hierbei ein sehr sicheres und einfach zu handhabendes Bedienungssystem für Kindersitze in Autos. Dabei wird eine unbewegliche Verbindung zwischen Fahrzeug und Kindersitz hergestellt. Es wird im Zusammenhang mit Isofix zudem zwischen „Universalzulassung“ und „fahrzeugspezifischer Zulassung“ unterschieden, bei letzterer muss – wie weiter oben bereits erwähnt – überprüft werden, ob der jeweilige Sitz für das jeweilige Fahrzeug zugelassen ist. Der Name des Systems „Isofix“ leitet sich von der weltweit einheitlichen Norm ISO 13216 ab, die 2004 in Kraft trat. Seit 2011 werden neu zugelassenen Fahrzeuge standardmäßig mit Isofix ausgestattet.