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So geht beim Camping nichts mehr schief

Camping ist ein anspruchsvolles Hobby für Naturverliebte und Outdoor-Fans. Mit der richtigen Ausrüstung können die „lästigen“ Seiten des Wetters, das das Campen auf der anderen Seite ja gerade erst so attraktiv macht, dann noch aus dem Weg geräumt werden. Viele Anbieter versprechen etwa bei der Wettfestigkeit von Zelt und Schlafsack das Blaue vom Himmel – wir verraten Dir, worauf Du wirklich achten musst, um nicht auf falsche Versprechungen hereinzufallen. Außerdem zeigen wir Dir auf, welche Dinge beim Camping nicht fehlen dürfen.

Im Grunde braucht ein gelungener Camping-Trip die folgenden drei Basics:

  • Zelt
  • Schlafsack
  • Isomatte/Luftmatratze

Stimmen bei ihnen grundlegenden Dinge nicht, kann der Outdoor-Urlaub schnell mal zum Desaster werden. Deshalb solltest Du Dir unbedingt die folgenden Infos durchlesen, mit denen nichts mehr schiefgehen kann.

Das sind die wichtigsten Eigenschaften eines Zeltes

Die preislichen Grenzen von Zelten sind vermutlich nach oben hin offen. Doch auch das teuerste Zelt nutzt nichts, wenn es undicht ist, nicht warmhält, zu kompliziert im Aufbau ist, oder wenn sich zu viel Kondenswasser darin sammelt. Aus diesem Grund möchten wir Dir hier einige Tipps in puncto Material, Wassersäule, Belüftung, Gestänge, Handhabung und Co. mit an die Hand geben.

Material: Wenn man bei einem Zelt von Material spricht, ist meist seine Außenhaut gemeint. Sie bestimmt darüber, wie wasserfest und atmungsaktiv ein Zelt ist. Hier gibt es die gängigsten Materialien für Campingzelte sowie ihre jeweiligen Vorzüge:

  • PVC: Dabei handelt es sich um beidseitig beschichtetes Kunststoffgewebe, das sich dadurch auszeichnet, dass es in der Regel absolut wasserdicht, witterungsbeständig, reißfest und resistent gegen Schimmel ist. Nachteile bei diesem Material sind die fehlende Atmungsaktivität und die hohe Kondenswasserbildung. Seine Eigenschaften machen es zum idealen Obermaterial für Ganzjahres- und Winterzelten.
  • Außenseitig beschichtetes Gewebe, wird auch trailtex-Top oder trailtex genannt: Hierbei dreht es sich um ein ziemlich leichtes Material, weshalb es auch lichtdurchlässig und dennoch wasserdicht. Es lässt sich einfach reinigen und ist sogar bedingt atmungsaktiv, weil es, zumindest in Teilen, Wasserdampf durchlässt. Dennoch besteht auch bei diesem Material die Option, dass sich Kondeswasser bilden kann. Ein Nachteil bei ist zwar, dass das Gewebe etwas länger zum Trocknen braucht, dafür dehnt es sich aber bei Regen nur gering aus. Dieses Material eignet sich eher für Sommer- und Saisonzelte, weniger für das Dauercampen oder nasskalte Jahreszeiten. 
  • Acrylgewebe, wird manchmal auch Leacryl-Gewebe bezeichnet: Das Material ist absolut witterungsbeständig und verrottet nicht. Gleichzeitig hat es den Vorteil, dass es wasserdampfdurchlässig ist und viel Licht durchlässt. Oft verfügt dieses Gewebe zudem über eine wasser- und ölabweisende Imprägnierung. Acrylgewebe dehnt sich bei Regen konstant aus und bildet sich nur gering zurück. Außerdem nimmt es beim Trocknen etwas mehr Zeit in Anspruch. Demnach muss es nach einem Schauer höchstwahrscheinlich noch einmal nachgespannt werden. Dank dieser Eigenschaft ist es ideal für Reise-, Saison- und Ganzjahreszelte, aber nur bedingt für Winterzelte geeignet.
  • Polyestergewebe, auch Texolan genannt: Hier profitierst Du besonders von einem leichten Auf- und Abbau und einem geringen Gewicht. Leider hat Polyester den Nachteil, dass es darin zu erhöhter Kondenswasserbildung kommen kann, es also nicht wirklich atmungsaktiv ist. Außerdem kann es durch Sonneneinstrahlung schnell geschädigt werden. Dank des geringen Transportgewichts wird es oft für günstige Reisezelte verwendet, die auf Kurztrips, Festivals und ähnlichem verwendet werden können.

Wassersäule: Die Wassersäule gibt an, wie wasserdicht das Zelt ist, und wird in Millimetern gemessen. So ist ein Zelt ab einem Wert von 1.500 mm beim Außenzelt und bei über 6.000 mm beim Boden wasserdicht – je höher der jeweilige Wert, umso besser, schließlich möchtest Du Dich bei Regen in das Zelt zurückziehen können, ohne nasse Füße zu bekommen. Achte außerdem bei PU-beschichteten (Polyurethan) Außenhäuten darauf, dass die Nähte mit Tape verstärkt sind, weil sie sonst den Regen nicht adäquat abhalten können – anders sieht das übrigens bei silikonbeschichteten Außenhüllen aus, sie sind in der Regel von sich aus wasserdicht.

Belüftungsmöglichkeiten: Ein gutes Zelt, das einem ausgedehnten Camping-Trip standhalten soll, muss ausreichend belüftet werden. Gerade im Sommer kann es nämlich sehr stickig darin werden und es sammelt sich Kondenswasser im Inneren. Aus diesem Grund kannst Du einerseits auf Lüftungseinsätze in den Windblenden achten, dank denen die Luft gut zirkulieren kann, und andererseits auf Lüftungsfenster, die am besten noch mit Fensterklappen abspannbar sind, sodass sie bei jedem Wetter geöffnet bleiben können. Daneben gibt es auch Zelte aus atmungsaktiven Materialien wie Leacryl (Acrylgewebe), das Kondenswasser nach außen abtransportiert.

Gestänge: Das Gestänge eines Zeltes muss stabil und gleichermaßen flexibel sein. Hierfür eignet sich eloxiertes Aluminium meist besser als die ebenfalls gängige Glasfiber. Es ist leicht, aber dennoch robust und im selben Moment flexibel – vor allem für Zelte, die fix auf- und abgebaut werden sollen, ist es daher die beste Wahl für das Gestänge. Wer sein Zelt für längere Zeit am selben Ort aufstellen möchte, greift noch besser zu Stahlrohren, denn Stahl ist die wohl stabilste Variante und hält sämtlichen Witterungsbedingungen stand, dafür fällt er beim Transport etwas mehr ins Gewicht – ideal für Menschen, die mit dem Auto anreisen.

Neben diesen grundlegenden Eigenschaften kannst Du zudem darauf achtgeben, ob das potentielle neue Zelt über zusätzliche wetterfeste Features wie etwa Schneelappen oder ein Vordach (Sonnensegel) verfügt. Dass Du die Größe des Zeltes und die Anzahl der Kammern danach auswählst, wie viele Personen darin schlafen sollen und wie viel Stauraum Du brauchst, liegt natürlich nahe. Achte außerdem auch die Verarbeitung, schau Dir die Nähte an und sieh Dir das Material genauer an. Gerade, wenn Du gerne, viel und leidenschaftlich campen gehst, sei es auf einem Dauercampingplatz oder in Extremsituationen wie im Winter oder in den Bergen, musst Du natürlich genau abwägen, welches Zelt in Frage kommt. Da kann es sich durchaus lohnen, das Budget etwas hochzuschrauben. Für das Festival einmal im Jahr oder den Wochenendtrip an die Ostsee reicht es aus, wenn Du auf eine einfach Montage, ein geringes Transportgewicht und ein kompaktes Packmaß setzt.

Wonach suche ich Schlafsack und Isomatte aus?

Je nachdem, wann, wie oft und wie lange Du campen möchtest (und wie schnell Du frierst) ist vor allem der Temperaturbereich des Schlafsacks die maßgebliche Eigenschaft, wenn es darum geht, wie viel Du investieren möchtest. So gibt es sogar Schlafsäcke die mit einem Temperaturbereich von -38 °C bis 10 °C ausgeschrieben sind. Dafür musst Du natürlich nicht bei diesen Temperaturen campen, wenn Du aber kälteempfindlich bist und es nicht gerade Hochsommer draußen ist, dann empfiehlt es sich die Wert verschiedener Schlafsäcke miteinander zu vergleichen und den mit dem nach unten hin niedrigsten Temperaturbereich zu auswählen.

Maße und Packmaß: Nicht jeder Schlafsack mit großen Abmessungen hat auch automatisch ein unhandliches Packmaß. So kann es sein, dass ein Schlafsacken, der ausgerollt z. B. 220 x 80 cm misst, clever in die passende Hülle verpackt nur noch einen Umfang von 26 x 41 cm aufweist, während ein bedeutend kleinerer Schlafsack von 195 x 82 cm im eingerollten Zustand trotzdem 50 x 26 cm groß ist. Bei den Maßen solltest Du also auf beide Werte achten, insbesondere dann, wenn Du nicht mit dem Auto verreist  und dementsprechend weniger Stauraum hast. Gleiches gilt natürlich für die Abmessungen des ausgepackten Schlafsacks, wenn Du z. B. überdurchschnittlich groß bist.

Obermaterial und Futter: Das Außenmaterial der meisten gängigen Schlafsackmodelle besteht entweder aus Polyester, Nylon  und Polyamid. Polyester hat zwar einen schlechten Ruf, wenn es um Bekleidung geht, doch sind Polyesterfaserstoffe (PES) erwiesenermaßen besonders outdoortauglich, zumindest, was das Obermaterial eines Schlafsacks angeht. Das liegt daran, dass die Kunstfasern knickfest, pflegeleicht, robust, dehnbar und komprimierbar sind. Beim Innenfutter sind die am häufigsten verwendeten Gewebe Mikrofaser (aus Kunstfasern, oft Polyester oder Nylon), Baumwolle, Hohlfaser/Hollowfibre (Kunstfasern), Daunen und Kunstseidenwatte (Polyester). Bis auf Baumwolle und Daunen dominieren also auch beim Innenfutter die Kunstfasern den Schlafsackmarkt. Der Vorteil an den hier verwendeten Kunstfasern ist gegenüber Daunen und Baumwolle, dass sie leichter zu transportieren sind und außerdem schneller trocknen (auch geringste Feuchtigkeit wie Schweiß und Luftfeuchtigkeit gelangen in den Schlafsack). Daunen sind zwar sehr gut wärmeisolierend, doch müssen diese relativ lange auslüften, um die Feuchtigkeit wieder loszuwerden. Je nachdem, ob Du also an einem Ort verweilen möchtest, oder häufiger „umziehst“ solltest Du also abwägen, ob Kunst- oder Naturfasern für Dich eher in Frage kommen.

Auch bei den Reißverschlüssen eines Schlafsackes gibt es Unterschiede. Einige Modelle verfügen über Zwei-Wege-Reißverschlüsse und Rundumreißverschlüsse. Beides ist von Vorteil, denn so lassen sie sich morgens schneller öffnen und Du kannst Dich aus dem Schlafsack schneller „befreien“. Außerdem kann der Schlafsack somit schneller ausgeklappt und schneller wieder komprimiert und verpackt werden, ohne dass erst nach dem Ende des Reißverschlusses gesucht werden muss. Am besten sind hier übrigens gröbere Reißverschlüsse: Sie verfangen sich nicht so schnell im Futter und sind robuster.

Bei der Auswahl einer Isomatte gibt es neben den Maßen vor allem den sogenannten R-Wert zu beachten. Die Isomatte trägt neben dem Schlafsack grundlegend dazu bei, dass Dein Körper vor Unterkühlung geschützt wird und Du nicht auf dem, je nach Jahreszeit, bloßen Boden liegst. Der R-Wert gibt den Wärmedurchgangswiderstand an. Je höher der R-Wert ist, desto weniger Wärme geht also durch die Isomatte flöten. Als Faustregel kannst Du Dir auch merken, dass eine Isomatte mit höherer Dicke in der Regel auch einen höheren R-Wert aufweist. Auch die Dichte und die Stanzung des verwendeten Schaums der Matte sind ausschlaggebend dafür, wie wärmeisolierend er ist. Übrigens kann der R-Wert auch addiert werden, indem Du z. B. mehrere Isomatten übereinander legst.

Das brauchst Du außerdem für Deinen Campingtrip

Abgesehen von den absoluten Basics wie Zelt, Schlafsack und Isomatte braucht es natürlich noch etwas mehr für einen gelungenen Campingausflug. Hier sind weitere nützliche Utensilien, die Du entweder noch mit in den Reiserucksack packen oder in den Kofferraum werfen kannst – abhängig davon, wie Du anreist.

Im Sommer bzw. bei hohen Temperaturen kannst Du außerdem die folgenden Dinge gut gebrauchen: