Laufschuhe (8.130 Produkte | 8.242 Varianten)

Tipps zum Laufschuhkauf

Welche Laufschuhtypen gibt es?

Wer sich gerne draußen an der frischen Luft bewegt und zudem gerne Sport treibt, hat höchstwahrscheinlich den Laufsport für sich entdeckt. Egal, bei welchem Wetter, das Laufen ist die ideale Aktivität, um sich etwas Gutes zu tun – physisch wie psychisch. Damit das aber auch so bleibt, sollte besonders auf das richtige Schuhwerk geachtet werden. Falsche Belastungen führen gerne zu Verletzungen und schaden den Sprung- und Kniegelenken. Auch, wer orthopädische Vorbelastungen, z. B. Fußfehlstellungen, hat, muss sich vorab um die richtigen Laufschuhe kümmern. Was genau gibt es aber für Laufschuhtypen und wonach entscheide ich, was der richtige für mich ist?

 

Die Meisten Laufschuhhersteller und Laufsportexperten unterteilen Laufschuhe in die folgenden sechs Kategorien:

 

  • Neutralschuhe

  • Dämpfungsschuhe

  • Wettkampfschuhe

  • Stabilitätsschuhe

  • Trailschuhe

  • Barfußschuhe

 

Woher weißt Du nun aber, welche Schuhe für Dich in Frage kommen? Dazu sollte zunächst der Frage nach eventuellen Fußfehlstellungen sowie dem Abrollverhalten nachgegangen werden. Hierzu kann sowohl eine Videolaufanalyse im Fachgeschäft oder ein Orthopäde zu Rate gezogen werden. Dementsprechend kann es dann an die Laufschuhauswahl gehen.

 

 

  • Wann brauche ich Neutralschuhe?

    Falls Du keinerlei orthopädische Befunde und ein gesundes Abrollverhalten an den Tag legst, dann kommen Neutralschuhe für Dich in Frage. „Neutral“ heißt in diesem Sinne nicht, dass dieser Schuhtypus nicht über ein Dämpfungssystem verfügt. Er dämpft bei Asphaltläufen sicher ab, sodass die Gelenke nicht die volle Wucht des Aufpralls abbekommen. Der Fokus der Schuhe liegt jedoch nicht darauf, eine besonders starke Dämpfung zu leisten. Die Zwischensohle der Neutralschuhe ist nicht so komplex wie etwa bei Dämpfungslaufschuhen aufgebaut. Zwar unterstützen die Schuhe ein neutrales Abrollverhalten, doch eignen sie sich nicht bei starker Überpronation (also dem Nach-innen-Knicken beim Abrollen) und anderen orthopädischen Belangen. Leichte und mittelschwere Läufer mit leichter Überpronation können gerne zu Neutralschuhen greifen.

     

    Neutralschuhe sind geeignet für:

        • Leichte Überpronation

        • Niedriges bis mittleres Gewicht

        • Regelmäßige Läufer (mehrmals die Woche)

        • Abwechslungsreicher Laufuntergrund

 

  • Wann brauche ich Dämpfungsschuhe?

    Dämpfungslaufschuhe verfügen, wie ihr Name vermuten lässt, über ein ausgeprägtes Dämpfungssystem. Das Laufen auf hartem Untergrund ist damit prädestiniert für diese Art der Schuhe. Außerdem sind sie prima geeignet für Anfänger, schwere Läufer und lange, aber gediegene Laufrunden. Die Zwischensohle der Schuhe ist meist mit einem, je nach Sportartikelhersteller variierenden, Kunststoffschaum ausgestattet, der die Gelenke beim Aufkommen des Fußes auf dem Boden schont und die wirkenden Kräfte abfedert. Oftmals verfügen die vielfach konkurrierenden Technologien über sogenannte energierückgebende Eigenschaften, die die Kräfte ähnlich wie bei einem Gummiball zurückfedern lassen. Damit wird den Schritten noch ein gewisser Grad an Leichtigkeit verliehen. Gerade, wenn Du Dein Abrollverhalten noch nicht perfektioniert hast, Dich beim Laufen noch etwas schwertust, oder Dich Deine Laufstrecke ausschließlich auf Asphalt entlangführt, sind Dämpfungsschuhe ideal. Beachte nur, dass auch sie keine speziellen integrierten Pronations- oder Supinationsstützen (Supination: nach außen Knicken) besitzen.

     

    Dämpfungsschuhe sind geeignet für:

        • Mittleres bis hohes Körpergewicht

        • Laufen auf dem Asphalt

        • Einsteiger

        • Unsichere Läufer

           

  • Wann brauche ich Stabilitätsschuhe?

    Nun kommen endlich die Schuhe für all diejenigen, die mit orthopädischen Problemen zu kämpfen haben, ins Spiel. Stabilitätsschuhe beinhalten nicht umsonst das Wort „Stabilität“: Dort, wo der Fuß beim Abrollen Schwierigkeiten verursacht, wirken die Schuhe unterstützend und stabilisierend. Sie verfügen meist über eine Pronationsstütze an der Fußinnenseite, die dem Fuß im Falle von Überpronation (nach innen Knicken) zu einem gesunden Abrollverhalten verhelfen. Auch Senkfüße (Füße, bei denen die Wölbung an der Innenseite deutlich nach unten gesenkt ist) können vom Stabilitätsschuh profitieren. Darüber hinaus stützen sie auch durch eine ausgeprägte Dämpfung, die sich aufgrund der verstärkten Zwischensohle sehr gut integrieren lässt, und durch eine festere Fersenkappe. Der Untergrund und das Gewicht des Menschen, der sie trägt, sind für das Laufen mit Stabilitätsschuhen irrelevant. Anders sieht es bei der Laufanalyse aus, die beinahe ein Muss für den Kauf dieses Schuhtypus ist. Falsche Stützen können den Fuß nämlich fehlbelasten, anstatt ihm zu helfen.

 

Stabilitätsschuhe sind geeignet für:

  • Überpronation

  • Senkfuß

  • Eine vorausgegangene Laufanalyse

  • Alle Untergründe, (nahezu) alle Gewichtsklassen

 

  • Wann brauche ich Wettkampfschuhe?

    Auch hier verrät der Name bereits einiges über den Schuh: Er kommt bei Wettkämpfen und vor allem auch beim Training für solche zum Einsatz. Alle Menschen, die ein ordentliches Tempo erreichen wollen und bis an ihre Grenzen gehen, werden mit Wettkampfschuhen vollends bedient. Sie sind prima für geübte Läufer auf Wettkampfniveau geeignet, die wissen, was sie ihren Gelenken zumuten können und bereits eine trainierte Muskulatur haben, denn: Die Schuhe verfügen nicht über eine Dämpfung und sind daher nur in geringem Maße einsetzbar. Sie sollten nach rund 400 km ausgetauscht werden. Ihr Design ist auf Aerodynamik und ein gutes Ansprechverhalten ausgelegt, denn sie verfügen über ein geringes Gewicht, sind flach und schmal und bescheren durch die fehlende Zwischensohle eine hohe Flexibilität und guten Bodenkontakt. Die dünne Sohle ist außerdem eher von einem stärkeren Härtegrad. Somit ist der Energieaufwand, der benötigt wird, um sich vom Boden wieder abzudrücken, geringer, als er mit mehr „Sohlenmaterial“ zwischen Fuß und Untergrund wäre. Dadurch ist ein schnelleres Vorankommen möglich. Auch die Materialien fallen dementsprechend dünner aus. Für orthopädische Vorbelastungen und Läufer mit höherem Gewicht sind die Schuhe eher nicht gedacht.

 

Wettkampfschuhe sind geeignet für:

  • Fortgeschrittene Läufer mit gesundem Abrollverhalten

  • Niedriges bis mittleres Körpergewicht

  • Laufen auf Wettkampfniveau

  • Gut trainierte Fuß- und Beinmuskulatur

  • Hohe Flexibilität und guten Bodenkontakt

 

  • Wann brauche ich Trailschuhe?

    Beim Trailschuh spielt insbesondere der Untergrund eine zentrale Rolle. Menschen, die nicht nur auf Asphalt oder geregelten Waldböden laufen, sondern sich gerne neuen Herausforderungen stellen, brauchen spezielle Schuhe. Auf den sogenannten Trails (Off-Road-Wege sozusagen) gibt es Schotter, Geröll, Äste, Pfützen, Matsch und vieles mehr. Noch dazu müssen häufig Steigungen erklommen und Unebenheiten ausgeglichen werden. Deshalb müssen Trailschuhe einerseits wasser- und matschabweisend sein und andererseits eine Sohle mit besonders viel Grip haben. Die Zehen- und Fersenkappen solcher Schuhe sind meistens verstärkt, um die empfindlichen Partien des Fußes vor Stoßverletzungen zu schützen. Wider Erwarten ist die Zwischensohle bei Trailschuhen eher schlicht gehalten und weniger verstärkt, sodass die Sprengung (der Höhenunterschied zwischen Vorderfuß und Ferse) eher gering ausfällt. Das ermöglicht ein besseres Gefühl für den Stand und erhöht die Trittsicherheit. Die Außensohle ist wie erwähnt mit einem groben Profil versehen, das sich durch dünne, schmale Kunststoffspikes äußert. Eine leichte Überpronation ist mit Trailschuhen kein Problem. Auf Asphalt sollten die Schuhe aber nicht verwendet werden, da die Umknickgefahr sich dort erhöht und sich die Laufeffizienz deutlich verringert.

     

Trailschuhe sind geeignet für:

  • Laufen auf dem offenen Gelände (Trails)

  • Unebene (Wald-)Strecken, Schotterwege im Winter

  • Guten Grip

  • Guten Bodenkontakt

  • Keine bis leichte Überpronation

 

  • Wann brauche ich Barfußschuhe?

    Barfußschuhe werden je nach Quelle auch als Minimalschuhe bezeichnet. Beide Begrifflichkeiten demonstrieren so ziemlich das, was diese Schuhmodelle ausmacht. Die Sohle ist auf ein Minimum reduziert und verfügt über keinerlei Dämpfung. Anhänger des „Natural Running“ schwören auf diese Art der Schuhe, da sie ein natürliches Abrollverhalten unterstützen. Alle beteiligten Muskelgruppen sowie Sehnen und Bänder werden stärker trainiert, da sie nicht durch dickes Sohlenmaterial „geschont“ werden. Der quasi direkte Kontakt mit dem Boden fördert außerdem eine hohe Flexibilität und ein gesundes Gefühl für den Untergrund. Außerdem soll auch die Leistungssteigerung mit den Schuhen vorangetrieben werden, da keine „Bremsenergie“ beim Aufkommen des Fußes entsteht. Die Folge: Das Bein stößt sich mit eigener Kraft direkt vom Untergrund wieder ab und die gesamte Beinmuskulatur wird trainiert. Der Untergrund darf nicht zu hart sein, Asphalt entspricht schließlich auch nicht dem natürlichen Boden und ist dementsprechend ohne Abfederung zu hart für die Gelenke. Die Voraussetzung für das Laufen mit Barfußschuhen ist also schon eine gewisse Vorerfahrung im Laufsport sowie eine trainierte Fußmuskulatur. Schwere Läufer, blutige Einsteiger und orthopädisch belastete Läufer sollten eher nicht direkt zum Barfußschuh greifen. Ein Ausprobieren für eine kurze Strecke kann aber für alle anderen eine tolle Erfahrung sein.

 

Barfußschuhe sind geeignet für:

  • Erfahrene Läufer

  • Gut trainierte Muskeln und Bänder

  • Die Förderung eines natürlichen Abrollverhaltens

  • Naturböden

  • Leistungssteigerung