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Tipps zum Kauf von Handarbeitsartikeln

So gelingen die Unikate

Die tradierten Handarbeiten, die zumeist mit Textilien in Verbindung stehen, werden längst nicht mehr nur als „altbacken“ tituliert. Sie haben wieder Einzug in die moderne Hobbykunst gefunden, denn sie ermöglichen es, Heimtextilien, Kleidung, Taschen oder gar Kuscheltiere und Puppen selbst herzustellen oder zu verzieren – und damit ideale Unikate zu erhalten oder zu verschenken. Das ist der wohl kreativste Weg, um Billiglohnarbeit und schlechter Qualität einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die fehlende Anerkennung der früher abwertend als „Hausfrauenarbeit“ angesehenen Handwerkskünste ist inzwischen passé, denn jeder weiß, dass einiges an Geschick und Können für ein tolles Endergebnis notwendig sind. Dazu kommt, dass auch die Qualität und die Herkunft der Materialien nicht unerheblich sind, wenn das Fabrikat auch lange halten soll. Fäden und Wolle müssen robust sein, Farben sollten nicht an Echtheit verlieren und Nadeln nicht ständig brechen. Worauf kommt es aber genau an? – Hier ein kurzer Abriss dazu.

So kann textile Billigware umgangen werden

Egal, ob Nähen, Stricken, Häkeln, Sticken, Klöppeln, Knüpfen, Weben, Filzen, Batik, Textildruck oder die gute alte Seidenmalerei: Alles braucht das passende Equipment, das natürlich an Qualität nicht zu wünschen übrig lassen sollte. Zuallererst gucken wir uns deshalb einmal an, was die Basics sind und was sie können sollten.

Faden, Wolle und Garn: Faden, der zum Nähen verwendet wird, heißt im Fachjargon eigentlich Nähgarn. Hier sollte dringend darauf geachtet werden, nicht die billigste Variante zu wählen, da sich diese gerne einmal als nicht sonderlich reißfest herausstellt. Auch, dass sich der Faden spaltet und daraufhin schlecht einfädeln lässt, kann ein Indiz dafür sein, dass er von minderer Qualität ist. Stick- und Häkelgarn entspricht meist gewissen Standards, wie etwa das klassische Perlgarn, das durch seinen Glanz bei fertigen Stickereien seine namensgebende „perlenartige“ Wirkung entfaltet. Hier ist ebenfalls meist das lästige Spalten der Garnenden ein Dorn im Auge, weshalb es sich lohnt, auf bewährte Marken zurückzugreifen, die viele positive Kundenrezensionen aufweisen.

Auch bei Wolle ist die Bezeichnung an sich teilweise ein Trugschluss. Denn unter „Wolle“ ist nicht zwingend die Schurwolle des Schafes zu verstehen. „Wolle“, mit der gehäkelt oder gestrickt wird, kann auch aus anderen Tierhaaren sowie aus Pflanzen- oder Kunstfasern bestehen. Je nachdem, was also gewünscht ist, sollte immer ein Blick auf die Bestandteile geworfen werden. Es gibt hier kein Pauschalurteil darüber, was genau die beste Grundlage fürs Häkeln oder Stricken ist. Viel mehr ist hier das Stück, an dem gearbeitet wird, von Relevanz. Deshalb sind (Online-)Ratgeber oder Foren, in denen Menschen mit Expertise erläutern, welches Material für welches Produkt am besten geeignet ist, eine gute Anlaufstelle, um zu entscheiden, ob es Elasthan, Polyacryl, Alpaka, Angora, Baumwolle, Leinen oder etwas ganz anderes sein soll. Wichtig ist auch hier: Gute Wolle hat meist ihren Preis. Reißfestigkeit und Farbechtheit sind meist Parameter, die mit dem Preis einhergehen.

Stoffe: Auch bei Stoffen ist es kein Geheimnis, dass das Material entscheidend für das Endprodukt ist. Klar gibt es auch hier Vorlieben für Natur- oder Kunstfasern. Mischgewebe aus beidem sind nicht automatisch schlecht. Es gibt ein paar Faktoren, an denen man erkennt, dass es sich dabei um mindere Qualität handelt. Damit die Freude am selbst genähten Teil lange erhalten bleibt, sollte gleich vor dem Loslegen darauf geachtet werden, dass die Maschen des Stoffes wirklich gerade verlaufen. Ein leichter diagonaler Einschlag bedeutet, dass sich der Stoff beim Nähen und späteren Waschen verziehen kann.

Ein weiterer Faktor in puncto Materialzusammensetzung ist die übermäßige Beimischung von Polyacrylnitril, dieses führt nämlich oft zum unbeliebten „Pilling“. Zum Test kann ein Stück Stoff für ca. 10 Sekunden fest aneinander gerieben werden, um zu überprüfen, ob sich währenddessen bereits die verdächtigen Pilling-Fusseln bilden. Viskose hingegen läuft schnell ein, weshalb beim Nähen ein wenig großzügiger abgemessen werden kann (ca. 5 % draufschlagen). Auch der Geruchssinn darf zu Hilfe genommen werden: Falls der Geruch zu chemisch erscheint, lieber die Finger davon lassen. Auch das Gefühl in den Händen trügt meist nicht: Wenn sich etwas zu billig anfühlt, besser im wahrsten Sinne des Wortes die Finger davon lassen. Ansonsten gibt es zwischen Natur- und Kunstfasern höchsten den Unterschied der Nachhaltigkeit, wobei natürlich auch hier noch einmal zwischen Tier- und Pflanzenfaser und ihrer Herkunft unterschieden werden muss.

Wie Du die Nadel im Heuhaufen findest

Bei der (Näh-)Nadel ist es kein Geheimnis, dass es für verschiedene Materialien und Anlässe unterschiedliche Fabrikate gibt. Für Nähmaschinen gibt es unter anderem Universal-, Jeans-, Jersey-, Leder- oder Stretchnadeln. Oft haben diese farbige Markierungen, die erahnen lassen, wofür die Nadel gut ist. Übrigens sind nicht alle Nadeln unbedingt spitz. So sind Univeral-, Jersey- und Stretchnadeln zum Beispiel verschieden stark abgerundet, während Ledernadeln sehr spitzt sind. Achte darauf, dass Du die Nadeln wirklich nur für die jeweiligen Materialien nimmst, da sie sonst brechen, oder den Stoff beschädigen können. Auch für das Nähen oder Verwahren von Hand muss die Spitze der Nadel dem Material angepasst sein. Festeres Gewebe braucht eher spitze Nadeln, während lockeres eher mit stumpfen Nadeln, wie etwa den typischen Sticknadeln, bearbeitet werden sollte.

Bei Strick- und Häkelnadeln zählt vor allem die Dicke, die an die der verwendeten Wolle bzw. des verwendeten Garns angepasst ist. Je gröber Nadel und Garn sind, umso großmaschiger wird logischerweise das Strick- bzw. Häkelstück. Arbeiten mit sehr feinen Nadeln und feinem Garn sind im Übrigen für Anfänger weniger geeignet, denn sie erfordern viel Geschick. Die Häkelnadeln werden durch Zahlen gekennzeichnet – diese stehen für die Millimeterzahl des Durchmessers. Eher dünne Nadeln rangieren zwischen einer Dicke von 0,5 mm bis 3,5 mm. Die übliche Einsteigerhäkelnadel hat die Größe 5 und damit einen Durchmesser von 5,0 mm. Bei der Stricknadel spielt zusätzlich zur Stärke auch die Länge eine Rolle. Je länger die Nadel, desto größer wird auch das Strickteil. Oft werden beim Stricken auch Rund-, Hilfs- oder Zopfnadeln eingesetzt, die beim Stricken von runden Stücken oder Zopfmustern verwendet werden. Anfänger können sehr gut mit Rundstricknadeln beginnen, da die Maschen hier nicht so einfach herunterfallen.

Der Preis ist heiß: Farben und anderes Equipment

Farben: Textil- und Seidenmalereifarben sollten vor allem eines: haltbar sein. Damit diese Tatsache gegeben ist, sollten ausschließlich Farben verwendet werden, die auch zur Textil- bzw. Seidenmalerei geeignet sind. Nur so ist garantiert, dass das Ergebnis farbecht ist. Wer ein individuelles Shirt anfertigen möchte, kann in Einzelfällen sogar auf Acrylfarben zurückzugreifen und sich so durch ein wahres Kunstwerk auf dem Textil verewigen. Seidenmalereifarben werden nach dem Auftragen noch fixiert. Das geschieht meist über Hitze via Bügeleisen und Fixierpapier.

Als Tipp kann hier erneut der Preis mit an die Hand gegeben werden: Enorm billige Farben (besonders zähflüssigere wie Acryl) lassen sich teils schlechter auftragen als höherpreisige (und damit meist auch höherwertige). Sie sind nicht so ergiebig, weshalb die günstige Tube oder das günstige Fläschchen schneller aufgebraucht wird und man damit deshalb meist gar nicht so viel spart. Zu bedenken ist am Rande natürlich auch, dass die Farbe aus Textilien nicht mehr zu entfernen ist: Das gilt selbstverständlich auch für die, die währen des kreativen Schaffens getragen wird – deshalb immer Schutzkleidung tragen.

Bei sämtlichem technischen sowie mechanischen Equipment wie etwa Nähmaschinen oder Webrahmen kann man sich meist auf das Urteil von erfahrenen Personen verlassen. Gerade unter Nähmaschinen gibt es oft bekannte Marken, deren Qualität gleichbleibend zufriedenstellend ist. Falls jemand sich erst einmal nur ausprobieren möchte, bevor richtig losgelegt wird, kann aber sicher auch eine günstigere No-Name-Variante als Einstieg dienen.