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Welche Extras braucht mein Vogel?

Was braucht ein glücklicher Wellen- oder Nymphensittich außer einer Voliere und Futter noch? Richtig: einiges! Dazu gehören zum Beispiel Kalksteine, Sand, Sitzstangen und -kordeln, Trink- und Futternäpfe u. v. m.

Welche Kalkquelle eignet sich für Sittiche am besten?

Kalksteine bzw. Sepiasteine sind keine netten Extras für Deinen Vogel, sondern sie stellen eine lebensnotwendige Ergänzung dar. Die darin enthaltenen Mineralstoffe sind für essentielle biologische Vorgänge wie den Knochenbau, die Muskel- und Nervenfunktion sowie die Regulation des Wasserhaushaltes und des Stoffwechsels von Belang. Die Gefahr einer Überdosierung besteht dabei übrigens nicht. Die Tiere nagen nur an dem Stein, wenn auch der Bedarf besteht. Die Nagesteine gibt es aus drei verschiedenen Quellen: Sepia (Tintenfisch), Kalk- oder Mineralsteine und Grit.

  • Die Sepiaschale ist natürlichen Ursprungs, da es sich um die im Kopf liegende Schale eines Tintenfischs handelt. Sie werden meist in ihrer natürlichen, flachen ovalen Form verkauft. Durch die poröse Struktur können Vögel besonders gut daran herumknabbern und gleichzeitig ihren Schnabel wetzen bzw. den Kiefer trainieren. Die Schale enthält ausreichend Kalk und kann den Mineralstoffgehalt von Sittichen sehr gut decken. Es sollten nur naturbelassene Sepiasteine und keine gefärbten Produkte verwendet werden.
  • Wenn Du auf Produkte tierischen Ursprungs verzichten möchtest, kannst Du auch sogenannte Pickblöcke oder Picksteine aus Kalk oder Mineralien verwenden. Gerne werden zur Herstellung der Blöcke Rohstoffe wie Algenkalk (ein Granulat, das von im Meerwasser aufgelösten Mineralien entsteht) oder Kieselsäure verwendet. Die Steine sind meist würfelförmig und im Idealfall mit einer Aufhängung für die Voliere oder den Käfig versehen. Sie liefern neben reichlich Kalzium noch andere wichtige Mineralstoffe. Wichtig ist, dass Deine Tiere ausreichend Jod aufnehmen. Die Steine sollten auf keinen Fall Gips, oft auch hinter der chemischen Verbindung „Kalziumsulfat“ versteckt, enthalten.
  • Grit ist nichts anderes als ein Futtermittel, das aus einem Granulat aus kleinen Steinen und Kalk besteht. Es wird auch in der Geflügelhaltung eingesetzt. Haustierexperten sind sich uneinig, ob der Grit sinnvoller als ein Kalkstein ist. Manche sind davon überzeugt, weil er dem Vogel dazu verhelfe die Nahrung im Magen weiter zu zerkleinern und den Verdauungsvorgang unterstütze. Andere wiederum sind strikt dagegen, weil das dem Sand beigemischte Granulat im Gegensatz zu den Pickblöcken dazu verleitet, dass die Vögel sich daran überfressen. Wenn Du Grit verwenden möchtest, solltest Du darauf achten, dass es sich dabei um löslichen Grit handelt und dass Du ihn in einem gesonderten Napf anreichst oder dem Sand untermischst.

Worauf muss ich bei Vogelsand achten 

Das wichtigste Kriterium, das bei Vogelsand zum Tragen kommt, ist die Qualität. Der im Handel vertriebene Vogelsand ist von der Körnung her meist fein genug, sodass Du Dir über diesen Aspekt in der Regel keine Gedanken machen musst. Achte also vor allem auf die Inhaltsstoffe – die Vögel laufen nicht nur auf dem Sand herum, sondern sie fressen auch Teile davon. Zu allererst sollte der Sand deshalb keimfrei sein und ohne chemische Zusätze auskommen. Bei gewöhnlichem Vogelsand handelt es sich meist um rundgeschliffenes Quarz, während zur Desinfektion Anisöl dient, mit dem der Sand angereichert ist. Falls dem Sand vom Hersteller bereits Grit untergemischt wurde, achte darauf, dass es sich um Muschelkalk handelt. Außerdem sollte das Mischverhältnis stimmen: Es sollten schon einige gröbere Stück des Grits sichtbar sein, doch sollten diese aus dem oben genannten Grund nicht den Großteil im Sand ausmachen. Vergleiche am besten vorab verschiedene Herstellervarianten miteinander. Als Alternative zum herkömmlichen Vogelsand kannst Du z. B. auch Buchenholzgranulat verwenden. Worauf Du unbedingt verzichten solltest, ist Meersand sowie anderer ungeeigneter Sand (z. B. Spielplatz- oder Bausand) und Blumenerde – auch von Vogelsandpapier raten Haustierexperten übrigens ab.  

Sitzstangen und -seile  – was ist geeignet und was nicht?

Die besten Sitzstangen für Deine Sittiche (oder anderen Vögel) sind Naturhölzer bzw. Zweige. An ihnen können die Tiere nagen und sie liefern noch einmal wichtige Nährstoffe. Ganz nebenbei sind sie auch die beste Alternative für die Muskulatur der Vögel. Achte nur darauf, dass ihr Durchmesser nicht zu klein ist: Die Tiere sollten den Zweig nicht komplett umgreifen können. Das sorgt dafür, dass ihre Krallen regelmäßig und auf natürliche Weise abgewetzt werden. Vor der ersten Nutzung müssen die Äste einmal heiß abgewaschen und abgetrocknet werden. Wie Du weißt, gibt es natürlich auch Pflanzen, die für Vögel giftig sein können, weshalb Du bei der Auswahl vorsichtig sein musst. Bäume, deren Zweige sich sehr gut eignen und nicht gefährlich sind, sind Haselnuss, Apfel, Kirsche, Erle, Linde, Pappel und Weide. Sobald die Rinde abgeknabbert ist, sollten die Zweige ausgetauscht werden. Wenn Du nicht die Möglichkeit hast, selbst Äste zu sammeln, kannst Du auch welche Kaufen, die bereits über Halterungen verfügen, mittels derer sie am Käfig oder der Voliere befestigt werden können.

Was Du unbedingt vermeiden solltest, sind Sitzstangen aus Kunststoff oder bearbeitetem Hartholz. Eine tolle Abwechslung zu den eher festen Zweigen bieten den Tieren Sitzseile. Sie sollten ebenfalls möglichst unbehandelt und naturbelassen und gut zu reinigen sein. Geeignete Materialien hierfür sind Baumwolle oder Hanf. Die Fäden sollten sich allerdings nicht zu einfach lösen, da die Tiere gerne darauf herumnagen. Wenn die Seile noch etwas hin- und herwippen, bietest Du den Sittichen damit sogar noch einen netten Zeitvertreib. Zu diesem Zweck gibt es übrigens auch eigene kleine Schaukeln (am besten aus Baumwolle oder Holz). Du kannst sie den Tieren einmal anbieten und sehen, wie sie angenommen werden. Als kleine Ruhezone kannst Du den Vögeln auch Sitzbrettchen aus Holz oder Kork im Käfig installieren, falls ihnen die Sitzstangen und -seile oder Zweige nicht ausreichen.

Trink- und Futternäpfe – was gibt es zu beachten?

Im Gegensatz zu Nagern solltest Du für Vögel keineswegs Futter- oder Wasserspender nutzen. Sie verstopfen leicht und das Wasser steht oft zu lange herum. Weiche lieber auf solche Näpfe aus, die von außen an den Käfig geklemmt oder über eine Bodenschublade ausgetauscht werden können. So ist es auch nicht jedes Mal, insbesondere nicht am Anfang, eine so große Aufregung für die Tiere, wenn Du mit der Hand hineingreifst. Beim Material weichst Du bestenfalls auf Edelstahl, Keramik oder Hartplastik aus. Die Stoffe lassen sich sehr gut reinigen und die Inhalte lassen sich ganz einfach täglich wechseln. 

Gitterbälle und Holzspielzeug sind außerdem toll, um die Neugier Deiner Vögel zu stillen und ihnen eine Abwechslung zu bieten. Ein No-Go sind übrigens Spiegel und Vogelnachbildungen aus Plastik oder anderem Material. Sie gaukeln den Tieren einen „Gefährten“ vor, was zu Verhaltensstörungen und Frustration führt. Ein Vogel sollte ohnehin niemals allein gehalten werden, denn das entspricht keiner artgerechten Tierhaltung.