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Das musst Du beim Kauf einer Leiter beachten

Will man im Garten hoch hinaus, braucht man eine Leiter. Es gibt ein riesiges Spektrum an unterschiedlichen Leitern und die Frage ist, wie die passende Leiter für die Gartenarbeiten oder die Reinigung der Dachrinne ausgewählt wird. Entscheidend sind dabei letztlich dreieinhalb Kriterien:

1. Die Bauart. Am gebräuchlichsten sind Anlegeleitern, Stehleitern, Mehrzweckleitern und Tritte. Daneben gibt es noch zahlreiche Varianten und Sonderformen, die vor allem im professionellen Umfeld zum Einsatz kommen.

2. Das Material. Leitern gibt es aus Holz, Aluminium, Stahl und Kunststoff. Jedes Material hat Vor- und Nachteile, sodass die Wahl des am besten geeigneten Materials von der konkreten Verwendungsform der Leiter abhängt.

3. Die Höhe. Es ist offensichtlich, dass eine Leiter die richtige Höhe haben muss, um ihren Zweck zu erfüllen, bei der Wahl der benötigten Höhe gibt es aber einige wichtige Aspekte zu beachten.

3,5. Das dreieinhalbte Kriterium bei der Auswahl einer Leiter sind möglicherweise benötigte oder hilfreiche Zusatzfunktionen wie zum Beispiel eine Ablageschale am Ende der Leiter, in der sich kleinere Werkzeuge und Schrauben ablegen lassen, Rollen am Fuß der Leiter, um diese leicht verschieben zu können, oder Sicherheitsbrücken und Halteeinrichtungen.

Das klingt jetzt vielleicht alles etwas kompliziert, so schwierig ist es aber gar nicht. Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: Für den üblichen Hausgebrauch ist oftmals eine Stehleiter aus Aluminium die beste Wahl; manchmal genügt sogar ein einfacher Tritt, wenn es nur darum geht, etwas bequemer an das obere Regalfach mit den Süßigkeiten zu gelangen. Wenn Du es aber doch etwas genauer wissen möchtest, haben wir hier noch einige Empfehlungen für Dich.

Die gängigsten Leitertypen

Anlegeleitern sind einteilige Leitern, die nicht freistehend verwendet werden können, sondern zu ihrer Benutzung immer irgendwo angelegt werden müssen, typischerweise zum Beispiel an eine Hauswand. Anlegeleitern haben den Vorteil, dass damit relativ große Höhen erreicht werden können, zumal es Anlegeleitern auch als Schiebeleitern gibt, die sich ausfahren und damit noch weiter verlängern lassen. Bei der Verwendung von Anlegeleitern ist allerdings einiges zu beachten. So benötigt man immer eine feste Mauer, Wand oder ähnliches, um die Leiter eben anzulegen. Dabei ist es wichtig, dass der Anlegepunkt wirklich fest und stabil ist, sonst wird das Arbeiten auf einer Anlegeleiter leicht zu einer wackeligen Angelegenheit. Zum Teil lässt sich die Stabilität durch Einhängevorrichtungen oder auch durch Anbinden des Leiterkopfes erhöhen.

Die Leiter darf zudem weder zu steil noch zu flach stehen, typischerweise im Winkel von 65 bis 75 Grad; hat die Leiter keine Sprossen, sondern Stufen, sollte sie so stehen, dass die Stufen senkrecht ausgerichtet sind; in jedem Fall sollten unbedingt die Vorgaben des Leiterherstellers beachtet werden. Kann dies nicht gewährleistet werden, ist eine Anlegeleiter nicht geeignet.

Auch das Arbeiten von einer Anlegeleiter aus ist nur in bestimmten Konstellationen möglich, denn man muss dabei immer mit beiden Füßen fest auf einer Sprosse oder Stufe stehen und sich mit einer Hand festhalten. Bei der Wahl der richtigen Höhe ist zu beachten, dass die drei obersten Stufen nicht benutzt werden sollten, um ein Wegrutschen zu vermeiden.

Besonders gut geeignet sind Anlegeleitern, wenn es vor allem darum geht, auf eine höher gelegene Ebene, Plattform oder einen anderen Arbeitsplatz zu gelangen, wenn also nur einmal die Höhe überwunden werden und nicht über längere Zeit von der Leiter aus gearbeitet werden soll.

Stehleitern sind zweischenklige Leitern, die aufgestellt wie ein A aussehen und durch ihre Konstruktionsart freistehend verwendet werden können. Dabei gibt es Stehleitern in verschiedenen Varianten; einige sind an beiden Schenkeln mit Sprossen oder Stufen ausgestattet, sodass sie sich von beiden Seiten aus besteigen lassen, häufig dient ein Schenkel aber nur zur Standsicherheit und hat keine Sprossen. Am oberen Ende sind viele Stehleitern mit einer Plattform ausgestattet; wichtig für sicheres Arbeiten ist außerdem ein Haltebügel am oberen Ende, insbesondere, wenn die gesamte Höhe der Leiter ausgenutzt werde soll. Einige Stehleitern haben zudem eine schalenförmige, oft auch verschließbare Ablage, die sehr praktisch ist, um Kleinteile wie kleines Werkzeug, Schrauben, Dübel etc. abzulegen.

Stehleitern sind für den Hausgebrauch meistens die am besten geeignete Leiterform. Sie sind vergleichsweise stabil und können, da sie freistehend sind, auch ohne Gelegenheit zum Anlegen verwendet werden, zum Beispiel, um in der Mitte des Raumes die Decke zu erreichen. Wichtig ist natürlich ein fester, ebener Untergrund, damit die Leiter stabil steht.

Mehrzweckleitern sind mehrteilige Leitern, die typischerweise je nach Bedarf sowohl als Stehleitern als auch als Anlegeleitern verwendet werden können, häufig auch noch mit aufgesetzter Schiebeleiter zur Verlängerung der Höhe. Dabei gibt es Mehrzweckleitern, bei denen die einzelnen Elemente durch Gelenke fest miteinander verbunden sind und auch solche, bei denen sich die Elemente trennen und sogar als separate Leitern verwenden lassen. Mehrzweckleitern sind damit für ein breites Spektrum von Einsatzgebieten nutzbar; entsprechend sind sie allerdings auch teurer als einfachere Leitermodelle, zudem oftmals auch schwerer und in ihrer Handhabung ein wenig komplizierter.

Tritte. Wenn es nur darum geht, geringe Höhen zu überwinden, genügt oft ein einfacher Tritt. Ein Tritt hat maximal vier Stufen und ist nicht mehr als 1 Meter hoch. Als letzte Stufe hat der Tritt oft eine Plattform. Zudem haben auch einige Tritte einen Haltebügel, der noch mehr Sicherheit bietet. Ein Tritt kann typischerweise bis zur obersten Stufe betreten werden und ist freistehend nutzbar. Dabei gibt es Tritte, die wie kleine Stehleitern zusammenklappbar sind und sich damit leicht verstauen lassen, andere Tritte hingegen sind wie kleine stabile Podeste gestaltet, auch als Elefantenfuß bekannt.

So wählst Du die richtige Höhe aus

Wie lang eine Leiter sein muss, hängt natürlich davon ab, welche Höhe Du erreichen musst, dabei solltest Du aber einige wichtige Aspekte beachten:

  • Bei Anlegeleitern sollten die obersten drei Stufen nicht benutzt werden, um ein Wegrutschen zu vermeiden, insbesondere, wenn die Leiter nicht zusätzlich gesichert ist.

  • Nutzt Du eine Anlegeleiter, um auf höhere Ebenen oder Plattformen zu gelangen, muss die Anlegeleiter die zu erreichende Ebene um mindestens einen Meter überragen (sofern keine anderen Festhaltemöglichkeiten vorhanden sind). Beachte außerdem, dass die Leiter ja nicht senkrecht, sondern im Winkel aufgestellt wird. Um auf eine 4 Meter hohe Ebene zu gelangen, genügt also weder eine 4 Meter noch eine 5 Meter lange Leiter!

  • Bei Stehleitern, die keine zusätzlichen Halteeinrichtungen haben, sind die beiden obersten Stufen nicht zu betreten, da sonst kein hinreichender Halt mehr möglich ist.

  • Stehleitern mit aufgesetzter Schiebeleiter sollten sogar nur bis zur fünftobersten Stufe betreten werden.

  • Bedenke bei der Wahl der Größe einer Stehleiter auch, dass Du Dich für Deine Arbeiten nicht recken müssen solltest, sondern alle Arbeitspunkte bequem ohne Verrenkungen erreichst.

Aus welchem Material soll meine Leiter bestehen?

Für einen »zivilisierten Hausgebrauch« empfehlen sich häufig Leitern aus Aluminium, insbesondere weil sie besonders leicht sind. Sie lassen sich damit eben auch leicht tragen und verstauen. Da sie zudem nicht für Rost oder andere Witterungseinflüsse anfällig sind, können sie auch im Freien gut verwendet werden. Allerdings sind sie nicht besonders robust gegen Stöße und Schläge; in einem etwas gröberen Umfeld wie im Baustellenbetrieb sind sie daher nur bedingt geeignet.

Ist die Leiter häufiger Stößen und Schlägen ausgesetzt, solltest Du im Innenbereich eher eine Stahlleiter nehmen, im Außenbereich ggf. eine Holzleiter, da Stahlleitern leicht rostanfällig sind. Auch Holzleitern sind natürlich witterungsanfällig und sollten daher regelmäßig auf ihre Stabilität geprüft werden.

Von Metalleitern abzuraten ist, wenn Du die Leiter bei der Arbeit mit ätzenden Chemikalien wie Säuren oder Laugen verwendest; in diesem Fall sind sowohl Stahl- als auch Aluminiumleitern ungeeignet. Für solche Einsatzgebiete gibt es dagegen spezielle Kunststoffleitern aus GFK (glasfaservertärkter Kunststoff), die oft auch bei der Arbeit im Umfeld elektrischer Anlagen zu empfehlen sind, da sie die Gefahr von Stromdurchleitungen verringern.