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Tipps zum Kauf von Smartphones und Handys

Die Entwicklung mobiler Telefone hat in den vergangenen Jahren enorme Sprünge vollzogen. Angefangen dabei, dass wir durch die ersten Handys einfach nur überall erreichbar waren, ist es uns heute möglich, unzählige Aufgaben an jedem Ort der Welt mit dem Smartphone zu erledigen. Die Handys sind heute wahre Multifunktionsgeräte und bieten weit mehr als frühere Generationen. Das lassen die Hersteller sich natürlich auch einiges kosten und nicht alle Geräte haben den gleichen Funktionsumfang. Außerdem ist nicht jedes Gerät für jeden Menschen gleichermaßen geeignet und wer eigentlich nur ein Handy sucht, um unterwegs telefonieren zu können, benötigt wohl nicht das modernste High-End-Smartphone. Die Auswahl kann also durchaus schwerfallen. Mit diesem Beitrag wollen wir Dir bei der Suche etwas unter die Arme greifen.

Guter Akku – gutes Smartphone?

Anders als Handys früherer Generationen halten Smartphones heute kaum jemals eine ganze Woche mit einer Akkuladung durch. Solche Werte ließen sich höchstens erreichen, wenn das Handy bei ausgeschaltetem Display auf dem Tisch liegen bleibt, ohne benutzt zu werden. Üblicherweise wird ein Smartphone heute aber täglich oder wenigstens alle zwei Tage geladen. Um diesen ohnehin schon kurzen Zeitraum auszuweiten und auch bei intensivem Gebrauch wie beispielsweise beim Schauen von Youtube-Videos gut durch die Bus- oder Zugfahrt zu kommen, ist ein Akku mit ausreichender Kapazität eigentlich Pflicht. Tatsächlich lässt sich die Frage nach der richtigen Akkulaufzeit aber gar nicht so leicht beantworten, denn wie so oft hängt es davon ab, was Du mit Deinem Gerät vorhast.

 

  • der Schreiberling. Viele Menschen nutzen ihr Handy vor allem, um Nachrichten zu verschicken. Hierfür braucht es ein Gerät, auf dem ein Messenger installiert werden kann, außerdem sollte das Display groß genug sein, um angenehm große Tasten darstellen zu können. Wichtig ist dementsprechend auch die Tastempfindlichkeit. Ein 6-Zoll-Handy ist in diesem Fall aber unnötig und schon hier kann für den Akku ordentlich gespart werden. Denn beim Display handelt es sich um einen der größten Stromfresser. Mit einer Akkukapazität von etwa 2.000 mAh bist Du dann aber schon ganz gut bedient, sofern das Display eher dem Durchschnitt entspricht.

  • der Kamerafan. Anders sieht es aus, wenn Du viel mit der Kamera unterwegs bist. Wer gern Fotos macht oder Videos dreht, verlangt seinem Gerät durchaus einiges ab, denn ein guter Teil der Energie wird wie beschrieben für das Display aufgewendet, darüber hinaus brauchen auch Kamerafunktionen entsprechend Strom. In diesem Fall kann es sich lohnen, trotz eines durchschnittlich großen Displays von knapp unter bis knapp über 5 Zoll auf einen Akku mit einer Kapazität von gut 3.000 mAh zu setzen.

  • der Bingewatcher. Massiv viel Strom und einen entsprechend großen Akku benötigen alle Netflix-Fans, Flixbus-Liebhaber und Bahnreisenden, die absolut darauf abfahren, ihre Lieblingsserie auch unterwegs schauen zu können. In diesem Fall brauchst Du nämlich nicht nur ein großes Display, auf dem das Schauen auch wirklich Freude bereitet, sondern auch einen Akku, der ausreichend Durchhaltevermögen bietet. Hier findest Du einige Handys in der Spitzenklasse, die mit Akkukapazitäten von über 4.000 bis sogar 5.000 mAh aufwarten.

Das Betriebssystem

Bei diesen Beispielen handelt es sich selbstverständlich um Stereotype. Schau einfach, welche Anforderungen Du mit Deinem für Dich typischen Verhalten an einen Handy-Akku stellst. In jedem Fall sind das ohnehin nur Richtwerte, denn was für einen Akku Du brauchst, hängt von der Gesamtleistung Deines Handys ab und immerhin spielen hier noch einige andere Faktoren eine Rolle – beispielsweise das Betriebssystem.

 

  • iOS. Ist die Akkufrage geklärt, sollte eine Entscheidung für ein bestimmtes Betriebssystem getroffen werden. Der Markt wird dabei dominiert von Apples iOS und Googles Android-System. Andere Betriebssysteme existieren zwar, haben allerdings kaum genug Reichweite. Bei der Entscheidung für ein OS (Operating System) gibt es oftmals regelrechte Grabenkämpfe und so setzen Apple-Fans wie selbstverständlich auf iOS. Das liegt auch daran, dass jedes neue iPhone mit diesem Betriebssystem ausgestattet ist. Über den integrierten App Store haben User Zugang zu einer großen Zahl Apps, über die das Handy Zusatzfunktionen erhält. Apps wie Messenger, Spiele oder Bildbearbeitungsprogramme finden sich hier, was besonders sinnvoll ist, wenn diese Programme nicht vorinstalliert sind. Aufgrund der strikten Anforderungen von Apple kann der User sich hier im Übrigen sicher sein, eigentlich ausschließlich hochwertige Apps zu finden. Die Installation von Apps von außerhalb des App Stores lässt Apple von Haus aus nicht zu. Durch seinen Umgang mit dem eigenen Betriebssystem sorgt Apple allerdings auch dafür, dass die User zügig und über einen langen Zeitraum mit Updates versorgt werden. Denn mit dem iPhone gibt es nur eine Gerätegruppe, auf der das OS installiert ist, während Googles Android bei zahlreichen Herstellern aufgespielt wird, die allesamt eine eigene Politik verfolgen, was Zeitpunkt und Umfang von Updates betrifft. Ein anderer Faktor ist der Datenschutz. Generell gilt es, online vorsichtig im Umgang mit den eigenen Daten zu sein. Weil es sich aber nie ganz vermeiden lässt, spielt es trotzdem eine Rolle, auf wen in diesem Fall mehr Verlass ist. Dabei gilt Apple vielfach deshalb als verlässlicher, weil das Geschäftsmodell des Herstellers anders als bei Google nicht darauf beruht, maßgeschneiderte Werbung an die Leute zu bringen. Doch Sicherheitslücken gibt es selbstverständlich auch hier. Insgesamt lässt das Betriebssystem von Apple dem User relativ wenig Freiraum, was Einstellungen und die Gestaltung der Benutzeroberfläche betrifft. Dafür erhältst Du im Gegenzug ein Betriebssystem und eine Oberfläche aus einem Guss.

  • Android. Das Betriebssystem von Google unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von Apples OS. Denn während iOS und iPhone symbiotisch verbunden sind, ist Android auf etlichen unterschiedlichen Smartphones verschiedener Hersteller installiert. Damit erreicht Android global einen Marktanteil von deutlich mehr als zwei Dritteln, während iOS bei einem Fünftel bis einem Viertel Marktanteil liegt. Einzig in Nordamerika dominiert Apple. Auch Google bietet mit seinem Play Store einen riesigen Web-Shop für Apps an, in dem, wie auch bei Apple, unzählige kostenlose und einige kostenpflichtige Apps zu finden sind, um den Funktionsumfang des eigenen Gerätes auszuweiten. Der Zugang zu und die Installation von Updates hängt allerdings davon ab, von welchem Hersteller Dein Gerät ist. Regulär werden viele Geräte nicht länger als zwei Jahre mit Updates versorgt. Allerdings hast Du bei Android an sich deutlich mehr Gestaltungsspielraum, kannst Einstellungen vornehmen und die Benutzeroberfläche durch zusätzliche Apps ziemlich umfassend verändern. Dies funktioniert auf einigen Geräten besser als auf anderen, ist aber gerade für Menschen, die gern eine individualisierte Oberfläche haben, ein Vorteil.

 

Welches Betriebssystem besser ist, hängt, wie Du siehst, von Deinen konkreten Anforderungen ab. Außerdem bedeutet die Entscheidung für ein iPhone automatisch die Entscheidung für Apples Betriebssystem. Android bietet wiederum die Möglichkeit, Smartphones zu deutlich niedrigeren Preisen zu erstehen, denn auch Hersteller, die einige niedrigpreisige Geräte in ihrem Portfolio haben, setzen auf Googles Betriebssystem.

Das Display

Ein weiterer wichtiger Bestandteil Deines Smartphones ist das Display. Hier gibt es ebenfalls unterschiedliche Kriterien und vor allem unterschiedliche Technologien. Diese bringen wiederum Vor-, aber auch Nachteile mit sich und Du musst Dir erneut die Frage stellen, was Deine Ansprüche an ein neues Gerät sind.

 

  • TFT und LCD. Ursprünglich gab es eigentlich nur Geräte mit TFT- bzw. LCD-Display. Die Kürzel stehen für thin-film transistor bzw. Liquid Crystal Display. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, die darauf basiert, dass der Bildschirm Flüssigkristalle enthält, die durch Stromzufuhr beeinflusst werden und so die Anzeige von Inhalten ermöglichen. Solche Displays finden dabei Verwendung in Handys, Bildschirmen von Digitalkameras oder auch Computermonitoren. Im Smartphonebereich ist diese Art Display heute besonders bei preiswerten Modellen verbreitet, während Handys in höheren Preissegmenten auf andere Technologien setzen. Der große Vorteil dieser Technologie besteht heute darin, dass sie in der Produktion günstig ist, was dann zu einem entsprechend niedrigeren Gerätepreis führt. Weil diese Art Bildschirm eine Hintergrundbeleuchtung besitzt, wirkt sie sich allerdings auch negativ auf die mögliche Akkulaufzeit aus.

  • IPS. Viele Mobiltelefonanbieter, insbesondere Apple, setzen mittlerweile auf sogenannte IPS-Displays. Ausgeschrieben handelt es sich um eine „In-Plane-Switching-Technologie“. Inhalte auf diesen Displays sind deutlich besser zu erkennen und das auch noch deutlich unabhängiger vom Blickwinkel. Darüber hinaus ist die Farbdarstellung hier auf sehr hohem Niveau. Apple greift bei seinen Retina-Displays auf diese Technologie zurück, wobei es sich um eine Markenbezeichnung für die konkret in seinen Geräten verbauten Displays handelt.

  • OLED. Samsung und andere Hersteller wiederum setzen auf die so genannten OLED-Bildschirme. Dabei handelt es sich um Bildschirme mit organischen Leuchtdioden (organic light emitting diode), wobei keine Hintergrundbeleuchtung notwendig ist. Außerdem ist die Darstellung von Schwarz deutlich klarer, während zugleich insbesondere bei dunklen Bildern weniger Energie verbraucht wird als bei anderen Technologien.

  • Größe und Auflösung. Ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines Smartphones bezüglich seines Displays sind die Größe und die Auflösung. Abgesehen davon, dass ein großes Display immer auch ein großes Handy bedeutet, solltest Du beim Kauf darauf achten, dass die Bilddarstellung von hoher Qualität ist. Handys mit großem Display, aber schlechter Auflösung liefern Dir beispielsweise ein pixeliges Bild, sodass Du regelrecht die einzelnen Bildpunkte sehen kannst.

  • Helligkeit. Was ebenfalls eine große Rolle spielt, ist die Helligkeit des Displays. Hierbei geht es zum einen darum, überhaupt ein klares Bild auf dem Handy zu haben, zum anderen aber auch darum, das Gerät auch in sehr heller Umgebung nutzen zu können. Zu denken ist hier beispielsweise an einen strahlenden Sonnentag. Die Helligkeit eines Smartphones wird in Candela pro Quadratmeter gemessen – die entsprechende Schreibung lautet cd/m². Dabei sollte das Display durchaus mit einer machbaren Helligkeit von etwa 500 cd/m² aufwarten, um trotz Sonnenlicht deutlich ablesbar zu sein. Für geschlossene Räume genügt auch deutlich weniger, doch normalerweise ist das Smartphone den ganzen Tag über und auch unterwegs in Gebrauch.

Das Innenleben von Smartphones

Über den Akku hinaus setzen sich gängige Smartphones noch aus einigen anderen Bestandteilen zusammen, die allesamt eine Bedeutung für die Leistung und die Möglichkeiten haben, die das Smartphone seinen Nutzern bietet. Dazu gehört wie bei einem handelsüblichen PC der interne Datenspeicher wie auch der Prozessor und der Arbeitsspeicher.

 

  • Speicherkapazität. Die Speicherkapazität eines Smartphones sollte nicht unterschätzt werden. Zwar lassen die meisten Geräte eine Erweiterung durch Speicherkarten zu, doch das schmälert die Bedeutung des internen Speichers nur bedingt. Denn wenigstens ohne spezielle Apps, die hier teilweise Abhilfe schaffen, gibt es bestimmte Daten, die nur auf dem internen Speicher Platz finden. Außerdem hängt der nötige Speicherplatz immer auch von Deinem eigenen Anspruch ab. Wichtig ist es, zu wissen, dass die Angabe auf dem Datenblatt nie dem tatsächlich vorhandenen Speicher entspricht. Immerhin beanspruchen das Betriebssystem und bereits installierte Apps schon einen gewissen Anteil des theoretisch vorhandenen Speicherplatzes. Wie viel Du wirklich brauchst, hängt von den Daten ab, die auf dem Handy Platz finden sollen. Willst Du beispielsweise viele Videodateien oder hochauflösende Fotos oder viele Songs auf dem Gerät speichern, brauchst Du mehr Speicherkapazität, als wenn Du das Handy nur zum Telefonieren und zum Verschicken von Textnachrichten benötigst. Trotzdem solltest Du auch hier den Bedarf nicht unterschätzen. Immerhin wird Dein Speicher auch durch die Daten beansprucht, die Du beispielsweise per Messenger erhältst. Zwischen 16 und 256 GB sind aktuell bei unterschiedlichen Geräten verfügbar und je weiter die Zeit voranschreitet, desto weniger praktikabel sind Geräte mit den niedrigsten Werten. Ein Smartphone mit einem internen Speicher von 8 GB gerät heute beispielsweise sehr schnell an seine Grenzen.

  • Prozessor. Der Prozessor ist gewissermaßen das Zentrum Deines Gerätes. Damit ist er dafür zuständig, dass alle Programme anständig funktionieren. Wann immer Du eine App ausführst, Dich mit dem Internet verbindest oder überhaupt etwas auf dem Display angezeigt bekommst, ist der Prozessor maßgeblich beteiligt. Auf einem klassischen Smartphone-Chip sind gleich mehrere Teilprozessoren zusammengefasst. Der Prozessor selbst, der Grafikprozessor, einer, der für kabellose Verbindungen zuständig ist, sowie weitere für den Multimediabetrieb und ähnliche Features oder Grundfunktionen. Zwar gibt die Anzahl der Kerne – aktuell zwischen 1 und 6 und bis hin zu 10 Kernen – nicht mit absoluter Sicherheit Auskunft über die Geschwindigkeit sowie Leistung des Telefons und doch ist sie in gewisser Hinsicht ein Indikator. Auch der doppelte Einbau von Kernen ist möglich, wobei damit der Stromverbrauch steigt und das Gerät insgesamt mehr beansprucht wird. Daher setzen nicht alle Hersteller auf diese Option.

  • Arbeitsspeicher. Anders als beim internen Datenspeicher handelt es sich beim Arbeitsspeicher um eine Art Zwischenlager für eine bestimmte Art von Daten. Während relevante Daten fest auf dem Smartphone gespeichert werden, landen im Arbeitsspeicher sämtliche Daten, die für ein zügiges Arbeiten mit den genutzten Applikationen sorgen. Wird ein Programm auf dem Handy also einmal aufgerufen und wieder geschlossen, lädt es beim nächsten Mal zügiger, weil das Handy auf die Daten im Zwischenspeicher zurückgreifen kann. Diese Daten verschwinden in aller Regel erst, nachdem das Gerät einmal komplett ausgeschaltet oder der Arbeitsspeicher manuell geleert worden ist. In vielen Fällen ist es nicht notwendig, das Maximum an Arbeitsspeicher in einem Gerät zu verbauen. Außerdem benötigt Apples Betriebssystem beispielsweise weniger Arbeitsspeicher als das Betriebssystem Android. Nicht zuletzt verbraucht ein größerer Arbeitsspeicher auch mehr Strom, unabhängig davon, ob er tatsächlich genutzt wird. Aus diesem Grund sind viele Nutzer mit einem Arbeitsspeicher von 4 GB bereits bestens bedient.

Experimentelle und besondere Geräte

Neben den gängigen Smartphones gibt es auf dem Markt immer wieder auch experimentelle oder neuartige Geräte, die spezielle Features mitbringen. So arbeiten unterschiedliche Hersteller an klappbaren Smartphones oder solchen mit einem vorderen sowie hinteren Display. Erste Versionen haben es mit mäßigem Erfolg bereits auf den Markt geschafft. Wichtig ist es hierbei, eine gewisse Entwicklungszeit einzuplanen. Die ersten Geräte haben oft noch mit Problemen zu kämpfen und eignen sich durch ihren erhöhten Preis weniger für eine Direktanschaffung als die soliden Flaggschiffe von Apple, Samsung und Co.

 

Deshalb ist es stets sinnvoll, auch bei neuartigen Modellen zunächst einmal zu schauen, was erste Tests ergeben. Entsprechende Fachmagazine kommen meist früh genug an erste Geräteversionen, sodass hier ein Blick auf die Technik geworfen werden kann, bevor sie im Laden landet. Am Ende zeigt sich allerdings dasselbe wie bei vielen Dingen: Das richtige Smartphone ist eine Frage der persönlichen Ansprüche und des eigenen Nutzungsprofils.